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Negative Strompreise 2026: PV-Anlage mit Loxone & Shelly automatisch abregeln

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Großes PV-Feld in der Mittagssonne — Solarüberschuss treibt die Strompreise ins Minus
Solarüberschuss zur Mittagszeit — der Auslöser negativer Strompreise (KI-Bild, google/nano-banana).

Negative Strompreise sind 2026 kein Ausnahmefall mehr, sondern Alltag. Wer eine PV-Anlage betreibt und in diesen Stunden weiter ungebremst einspeist, verschenkt Geld — oder zahlt in der Direktvermarktung sogar drauf. Die gute Nachricht: Mit einem Loxone Miniserver oder einer Shelly-Steuerung lässt sich das vollautomatisch abfangen. Hier stehen die belegten Zahlen für 2026 und die konkrete Steuerungslogik.

So oft war der Strom 2026 schon negativ
390 h
Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis (DE, Jan–5. Juli 2026)
−500 €/MWh
Tiefstwert 2026 (= −50 ct/kWh), erreicht im Mai
700–900 h
Prognose fürs Gesamtjahr laut Marktextrapolationen

Die Verteilung übers Jahr zeigt klar, wo es weh tut — an sonnigen Frühjahrs- und Sommertagen um die Mittagszeit, wenn die PV-Einspeisung den Bedarf übersteigt:

5Jan
9Feb
46Mär
144Apr
95Mai
61Jun
30Jul*

Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis (DE_LU) je Monat 2026. Quelle: eigene Auswertung ENTSO-E Day-Ahead. *Juli bis zum 5.

Weites Solarfeld unter greller Mittagssonne — Stromüberfluss, der die Börsenpreise ins Minus drückt
Mittags mehr Solarstrom als der Markt aufnehmen kann — dann kippt der Börsenpreis ins Minus (KI-Bild).
Warum Einspeisen bei Negativpreis Geld kostet

Seit dem Solarspitzengesetz (in Kraft seit Februar 2025) erhalten viele neue PV-Anlagen für Strom, den sie in Stunden mit negativem Börsenpreis einspeisen, keine EEG-Vergütung mehr — und zwar ab der ersten Viertelstunde. In der Direktvermarktung ist es noch schärfer: Dort wird der negative Preis real abgerechnet, Einspeisen kostet dann aktiv Geld.

Dazu kommt der geplante Umbau: Nach dem im Januar 2026 bekannt gewordenen Referentenentwurf zur EEG-Novelle soll für neue Anlagen unter 25 kWp ab 2027 die feste Einspeisevergütung entfallen — der Strom muss dann selbst vermarktet werden. (Stand Referentenentwurf, noch nicht beschlossen.) Wer heute schon lernt, seine Anlage preisgesteuert zu fahren, ist darauf vorbereitet.

Loxone Miniserver und Shelly 3EM im Schaltschrank — automatische Abregelung bei Negativpreis
Loxone Miniserver + Shelly 3EM: die Steuerung, die bei Negativpreis automatisch reagiert (KI-Bild).
Die Lösung: automatisch abregeln — oder klüger: verschieben

„Abregeln" heißt nicht zwingend „Wechselrichter aus". Die wirtschaftlich beste Reaktion auf einen Negativpreis ist, den Strom selbst zu nutzen oder zu speichern, statt ihn ins Netz zu drücken. Genau das erledigt eine Steuerung nach diesem Muster:

1. Preissignal einlesen

Der Loxone Miniserver (oder ein Shelly-Skript) holt sich den dynamischen Börsen-/Day-Ahead-Preis für die nächste Stunde bzw. Viertelstunde.

2. Schwelle vergleichen

Ein Logikbaustein prüft: Preis < 0 (oder unter deiner eigenen Schwelle, z. B. < 2 ct)? Dann Schaltfall „Überschuss".

3. Eigenverbrauch hochfahren

Statt einzuspeisen: Wärmepumpe/Warmwasser vorladen, Wallbox freigeben, Batteriespeicher laden — der Loxone- bzw. Shelly-Aktor schaltet die Lasten. Bei Negativpreis lohnt sich Verbrauch sogar doppelt.

4. Erst dann drosseln

Reicht der Eigenverbrauch nicht, wird der Wechselrichter gezielt heruntergeregelt — statt pauschal auf 60 % gekappt zu bleiben.

Ein Shelly Pro 3EM misst dabei Einspeisung und Bezug phasengenau; Shelly-Aktoren oder der Loxone Miniserver schalten die Verbraucher lokal (MQTT/Modbus) — ohne Cloud-Abhängigkeit. So reagiert die Anlage in Echtzeit auf den Preis, nicht der Betreiber von Hand.

Haus mit PV, Wärmepumpe und ladender Wallbox — Eigenverbrauch statt Einspeisen bei Negativpreis
Statt einspeisen: Wärmepumpe, Warmwasser und Wallbox fangen den Mittagsüberschuss ab (KI-Bild).
Speichern schlägt Abregeln — meistens
Batteriespeicher neben Wechselrichtern — lädt den Mittagsüberschuss statt abzuregeln
Der Speicher lädt den Minus-Preis-Überschuss und verkauft ihn abends teuer — aus Abregelung wird Rendite (KI-Bild).

Jede abgeregelte Kilowattstunde ist verschenkte Ernte. Ein Batteriespeicher lädt den Mittagsüberschuss und verkauft ihn abends, wenn der Preis wieder hoch ist — aus dem Minuspreis wird Rendite. 2026 ist dafür ein besonders günstiges Fenster: Gewerbespeicher ab 100 kWh sind für rund 410–450 €/kWh zu haben, die Amortisation liegt durch Peak-Shaving häufig bei 3–5 Jahren. Die Abregel-Steuerung oben ist der Einstieg; der Speicher ist die Ausbaustufe.

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