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Biogasanlage Wirtschaftlichkeitsberechnung – so rechnest du sie

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Biogasanlage Wirtschaftlichkeitsberechnung – so rechnest du sie
Biogas — Stromfee (KI-Bild)

Du willst wissen, ob sich deine Biogasanlage rechnet. Hier bekommst du die konkrete Rechenlogik mit allen Positionen, die du brauchst – ohne Umwege.

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Die Grundformel in einem Satz

Deine Anlage ist wirtschaftlich, wenn die jährlichen Einnahmen die jährlichen Gesamtkosten übersteigen: Jahresüberschuss = Einnahmen (Strom + Wärme + ggf. Gas) − Betriebskosten − Kapitalkosten. Rechne diesen Überschuss über die geplante Laufzeit und stelle ihn der Investition gegenüber. Ist die Summe der abgezinsten Überschüsse größer als die Investition, lohnt sich das Projekt.

Biogasanlage Wirtschaftlichkeitsberechnung – so rechnest du sie
Biogas — Stromfee (KI-Bild)
Schritt 1: Einnahmen ermitteln

Zähle alle Erlösströme zusammen. Stromerlös = erzeugte kWh Strom × Vergütungssatz. Der Satz ergibt sich bei geförderten Anlagen aus deinem EEG-Zahlungsanspruch bzw. dem Zuschlag aus der Ausschreibung – setze deinen individuellen Wert ein, keinen Pauschalwert. Dazu kommen Wärmeerlöse (verkaufte kWh Wärme × Wärmepreis) und, falls du aufbereitetes Biomethan einspeist, der Gaserlös. Rechne mit realistischen Volllaststunden deines BHKW (üblich sind rund 8.000 h/a bei guter Verfügbarkeit).

Schritt 2: Betriebskosten erfassen

Die laufenden Kosten entscheiden über die Marge. Kalkuliere: Substrat-/Rohstoffkosten (oft der größte Block), Wartung und Instandhaltung des BHKW (häufig als ct/kWh-Vollwartungsvertrag), Personal, Versicherung, Analytik, Reststoff-/Gärrestausbringung sowie Verwaltung und Eigenstromverbrauch der Anlage. Nimm reale Angebotspreise, keine Schätzungen aus dem Bauch.

Schritt 3: Kapitalkosten über die Annuität

Verteile die Investition auf die Nutzungsjahre. Die jährliche Kapitalkost berechnest du als Annuität: A = Investition × [i × (1+i)^n] / [(1+i)^n − 1], mit i = Zinssatz und n = Laufzeit in Jahren. So enthält jede Jahresrate Zins und Tilgung. Vergiss Rückstellungen für Großreparaturen (z. B. Motorüberholung) nicht – die kommen sicher.

Schritt 4: Kennzahlen bilden

Rechne aus deinen Zahlen die drei entscheidenden Größen: die Stromgestehungskosten (ct/kWh = Jahresgesamtkosten ÷ Jahresstrommenge) – liegen sie unter deinem Vergütungssatz, trägt sich der Betrieb. Die Amortisationszeit (Investition ÷ jährlicher Überschuss) zeigt, wann das Geld zurück ist. Der Kapitalwert (NPV) über die Laufzeit sagt dir, ob unterm Strich ein Plus bleibt – ist er positiv, ist das Projekt wirtschaftlich.

Schritt 5: Sensitivität und Betriebsführung prüfen

Eine einzelne Rechnung reicht nicht. Variiere die kritischen Größen – Substratpreis, Volllaststunden, Wärmeabsatz und Strompreis/Vergütung – und schau, wie stabil dein Überschuss bleibt. Gerade bei flexibler Fahrweise (Strom dann erzeugen, wenn Preise hoch sind) und gutem Wärmeabsatz verschiebt sich die Rentabilität deutlich. Ein intelligenter Fahrplan statt Dauerlast hebt oft zusätzliche Erlöse.

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Biogas-Wirtschaftlichkeitsberechnung: Was das ist und wie du sie in 5 Schritten rechnest

Eine Biogas-Wirtschaftlichkeitsberechnung stellt über die gesamte Laufzeit der Anlage alle Kosten allen Erlösen gegenüber und beantwortet damit genau eine Frage: Bleibt am Ende ein Überschuss oder nicht? Auf der Kostenseite stehen die einmalige Investition (Fermenter, BHKW, Gasspeicher, Bauteile) sowie die laufenden Ausgaben – vor allem der Substrateinsatz, dazu Wartung und Instandhaltung des BHKW, Personal, Versicherung und die Kapitalkosten für Kredite. Auf der Erlösseite zählen der Stromverkauf (EEG-Vergütung bzw. Marktprämie), die genutzte Wärme und – je nach Substratmix – Einsparungen bei der Güllelagerung. Weil der Substrateinsatz bei den meisten Anlagen der größte laufende Kostenblock ist, entscheidet vor allem das Verhältnis aus Gasertrag je Tonne Substrat und Substratpreis darüber, ob die Anlage schwarze Zahlen schreibt.

Konkret rechnest du in fünf Schritten: (1) Gasertrag ermitteln – je Substrat aus Frischmasse, Trockensubstanz und organischer Trockensubstanz den Methanertrag berechnen, denn nur das Methan wird im BHKW zu Strom und Wärme. (2) Erlöse ansetzen – erzeugte kWh Strom mal Vergütung plus tatsächlich genutzte Wärme. (3) Laufende Kosten gegenrechnen – Substratkosten (Menge mal Preis je Tonne), Wartung, Personal, Versicherung. (4) Investition über die Nutzungsdauer und die Kapitalkosten einbeziehen. (5) Deckungsbeitrag und Amortisationszeit bilden. Die Ja-Nein-Antwort fällt so: Die Anlage lohnt sich, wenn die jährlichen Erlöse die jährlichen laufenden Kosten deutlich übersteigen und der Überschuss die Investition innerhalb der Nutzungsdauer zurückzahlt. Sie lohnt sich nicht, wenn teures Substrat oder ungenutzte Wärme den Deckungsbeitrag aufzehren – dann hilft nur, den Substratmix zu optimieren, die Wärme zu vermarkten oder die Volllaststunden zu erhöhen. Rechne mehrere Szenarien (Substratpreis hoch/niedrig), weil dein Ergebnis vor allem an dieser Stellschraube hängt.

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