BHKW im Winter: Die häufigsten Fragen kurz beantwortet

Im Winter zeigt ein Blockheizkraftwerk seine Stärke, weil dein Wärmebedarf hoch ist. Hier bekommst du direkte Antworten auf die Fragen, die dir vor der kalten Jahreszeit wirklich unter den Nägeln brennen.
Ein BHKW ist in der Regel wärmegeführt: Es läuft dann, wenn Wärme gebraucht wird. Weil dein Heizbedarf im Winter am höchsten ist, sammelt die Anlage jetzt die meisten Laufstunden. Genau das ist der wirtschaftliche Kern der Kraft-Wärme-Kopplung – du nutzt die Abwärme, die sonst verloren ginge, und produzierst gleichzeitig Strom. Der Gesamtnutzungsgrad liegt bei gut eingebundenen Anlagen typischerweise deutlich höher als bei getrennter Strom- und Wärmeerzeugung.

Ein BHKW selbst erzeugt im Betrieb Wärme und friert dabei nicht ein. Kritisch sind eher stillstehende Anlagen und die Peripherie: Kühlwasser- und Kondensatleitungen können bei längerem Stillstand in unbeheizten Räumen einfrieren. Stelle sicher, dass der Aufstellraum frostfrei bleibt, der Frostschutz im Kühlkreislauf ausreichend ist und Kondensatabläufe frei sind. Prüfe das vor der ersten Kältewelle, nicht danach.

Häufiges Ein- und Ausschalten (Takten) verschleißt den Motor und senkt den Wirkungsgrad. Ein richtig dimensionierter Pufferspeicher nimmt überschüssige Wärme auf, sodass das BHKW längere, gleichmäßige Laufphasen fährt statt ständig zu starten. Gerade im Winter mit schwankendem Wärmebedarf sorgt der Puffer dafür, dass die Anlage effizient und materialschonend läuft.

Plane die Wartung vor dem Winter, nicht mitten drin. Lass Ölstand und Ölqualität, den Frostschutz im Kühlmittel, Zündkerzen sowie Luft- und Zündsystem prüfen. Wenn die Anlage im Winter durchgehend unter Last läuft, erreicht sie schneller die nächsten Wartungsintervalle nach Betriebsstunden – kalkuliere das ein, damit dir kein ungeplanter Stillstand die kalte Jahreszeit verhagelt.

Im Winter läuft dein BHKW mehr Stunden und produziert entsprechend mehr Strom – während gleichzeitig Beleuchtung, Umwälzpumpen und Heizungstechnik mehr Strom verbrauchen. Diese Gleichzeitigkeit erhöht deinen Eigenverbrauchsanteil, und selbst genutzter Strom ist meist wertvoller als eingespeister. Prüfe, ob du im Winter zusätzliche Verbraucher gezielt in die Laufzeiten legen kannst.
Sinnvoll ist nicht möglichst viel Laufzeit um jeden Preis, sondern wärmegeführter Betrieb mit Pufferspeicher. Lass das BHKW so lange laufen, wie Wärme sinnvoll abgenommen oder gespeichert werden kann. Reine Stromproduktion ohne Wärmeabnahme ist unwirtschaftlich, weil dann die Abwärme ungenutzt bleibt und der eigentliche Effizienzvorteil der Kraft-Wärme-Kopplung verloren geht.
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