Day-Ahead-Markt: So entsteht dein Strompreis

Am Day-Ahead-Markt handeln Käufer und Verkäufer heute den Strom für jede Stunde des morgigen Tages. In einer einzigen Auktion pro Tag entstehen dabei 24 Stundenpreise – das ist der Referenzpreis hinter jedem dynamischen Tarif.
Der Day-Ahead-Markt ist die Strombörse für den Folgetag (in Europa vor allem EPEX Spot). Alle Marktteilnehmer geben ihre Kauf- und Verkaufsgebote für jede einzelne Stunde des nächsten Tages ab. Ergebnis: ein fester Preis je Stunde in Euro pro Megawattstunde (EUR/MWh), also 24 Preise für einen Tag.
1) Bis 12:00 Uhr geben Kraftwerke und Versorger ihre Gebote für alle 24 Stunden des Folgetags ab. 2) Die Börse sortiert alle Verkaufsangebote nach Preis (Merit Order) und schneidet sie mit der Nachfrage. 3) Für jede Stunde wird ein einheitlicher Marktpreis ermittelt – ihn zahlen alle, die in dieser Stunde kaufen. 4) Kurz nach 12 Uhr stehen die 24 Preise für morgen fest und werden veröffentlicht.

Die Kraftwerke werden nach ihren Kosten gereiht: erst günstige Wind- und Solaranlagen, dann Gas- oder Kohlekraftwerke. Eingeschaltet wird so lange, bis die Nachfrage gedeckt ist. Das letzte, teuerste noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis für alle (Grenzkosten-Prinzip). Deshalb ist Strom bei viel Wind und Sonne billig und in Dunkelflauten teuer.
Weil sich Angebot und Nachfrage über den Tag ändern: Nachts und mittags (viel Solar) ist Strom oft günstig, morgens und abends teuer. Bei sehr viel Erneuerbaren-Einspeisung und wenig Verbrauch kann der Preis sogar unter null fallen – 2026 gab es in Deutschland bis jetzt 416 Stunden mit negativen Preisen, im Tief bis -500 EUR/MWh (eigene ENTSO-E-Auswertung).
Der Day-Ahead-Preis ist der Großhandels-Rohpreis. Bei einem dynamischen Tarif gibt dein Anbieter diesen Stundenpreis an dich weiter und schlägt Netzentgelte, Steuern, Abgaben und seine Marge auf. Bei einem klassischen Festpreistarif zahlst du einen geglätteten Durchschnitt – die Stundenschwankungen siehst du dann nicht direkt.
Weil die 24 Preise schon am Vortag feststehen, kannst du planen: flexible Verbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox, Wasch- oder Spülmaschine oder einen Batteriespeicher in die günstigen Stunden legen. Genau dieses Verschieben in Niedrigpreis-Fenster senkt bei einem dynamischen Tarif deine Kosten spürbar.
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