EGON Erfahrungen: Wie effektiv ist KI bei der Senkung der Strompreise?

Kurz gesagt: Eine KI senkt nicht den Börsenpreis selbst, sondern deine Stromkosten – indem sie deinen Verbrauch in günstige Stunden verschiebt. Wie stark das wirkt, hängt an einer Bedingung: Du musst überhaupt flexibel verbrauchen können.
Wichtig für deine Erwartung: Weder EGON noch eine andere KI kann den Strompreis an der Börse drücken. Was sie kann, ist deine Rechnung senken. Sie prognostiziert die stündlichen Spotpreise und lädt E-Auto, Wärmepumpe oder Speicher genau dann, wenn Strom billig oder sogar negativ ist. Deinen Grundverbrauch (Kühlschrank, Router) verschiebt sie nicht – da bleibt der Effekt klein.
Ob KI bei dir viel oder wenig bringt, entscheidet sich an drei Punkten: 1. Du hast einen dynamischen Stromtarif (stündlich nach Börse), sonst hat die KI keinen Preis zum Optimieren. 2. Du hast steuerbare Verbraucher – E-Auto, Wärmepumpe, Batteriespeicher. 3. Diese Lasten sind zeitlich verschiebbar. Fehlt einer dieser Punkte, ist der reale Spareffekt gering – egal wie gut die KI ist.
Der Hebel entsteht durch die Preisspreizung. In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählten wir 2026 bis jetzt 396 Negativstunden, mit einem Tiefstwert von -500 EUR/MWh. In solchen Stunden bekommst du Strom im dynamischen Tarif nahezu geschenkt. Genau in diese Fenster schiebt eine KI-Steuerung deinen Verbrauch – das ist die Quelle der Ersparnis, nicht Marketing.
Sei bei Berichten mit konkreten Prozentzahlen vorsichtig. Eine Ersparnis lässt sich nur fair beurteilen, wenn dabeisteht: Welcher Ausgangstarif? Welche flexiblen Lasten? Über welchen Zeitraum? Ein Bericht von jemandem mit E-Auto und Wärmepumpe ist nicht auf einen Haushalt ohne steuerbare Lasten übertragbar. Frag also weniger 'wie viel spart die KI' und mehr 'wie viel spart sie in meiner Konstellation'.
Realistisch profitierst du, wenn du dynamischen Tarif plus mindestens einen großen, verschiebbaren Verbraucher hast. Dann verschiebt die KI relevante Kilowattstunden in Tief- und Negativpreis-Fenster. Ohne flexible Lasten optimiert die KI an leerer Kasse – dann sparst du kaum etwas und der Aufwand lohnt nicht.
Bevor du auf Versprechen vertraust: Schau in deine letzte Rechnung, wie viele kWh auf verschiebbare Lasten (Auto laden, Heizen, Speicher) entfallen. Multipliziere diesen Anteil grob mit der typischen Preisspreizung deines dynamischen Tarifs – das ist dein oberes Sparpotenzial. Die KI hilft dir, es auszuschöpfen, aber sie kann nur das heben, was an Flexibilität vorhanden ist.
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Ehrlich vorweg: Eine KI kann den Strompreis an der Börse nicht senken – den bestimmen Angebot und Nachfrage, nicht ein Algorithmus. Was eine KI wie EGON aber sehr wirksam kann, ist deine Stromkosten senken, indem sie deinen Verbrauch dorthin verschiebt, wo Strom gerade billig ist. Der Hebel dafür ist real: In Deutschland gab es 2026 bis jetzt 423 Stunden mit negativen Börsenpreisen, der Tiefstwert lag bei −500 €/MWh (eigene ENTSO-E-Auswertung). In solchen Stunden bekommst du Strom faktisch geschenkt oder wirst fürs Verbrauchen sogar entlohnt – vorausgesetzt, du hast einen dynamischen Tarif und etwas, das automatisch dann läuft.
Konkret arbeitet die KI in drei Schritten: Erstens liest sie die stündlichen (bzw. viertelstündlichen) Börsen-Strompreise für die kommenden Stunden ein. Zweitens gleicht sie diese mit deinen flexiblen Verbrauchern ab – Wärmepumpe, E-Auto-Wallbox, Batteriespeicher, Warmwasser. Drittens startet sie diese Lasten automatisch in den günstigsten Fenstern und pausiert sie in teuren Stunden. Deshalb die klare Ja-Nein-Antwort: Ja, wirksam – aber nur, wenn du (a) einen dynamischen/Börsen-Tarif hast und (b) verschiebbare Lasten. Hast du nur eine feste Grundlast und keinen dynamischen Tarif, kann auch die beste KI nichts einsparen – dann verschiebt sie schlicht nichts, was sich lohnt. Wie viel bei dir konkret herauskommt, hängt von deinem Lastprofil und deiner Flexibilität ab; pauschale Prozent-Versprechen solltest du kritisch sehen, seriös ist eine Rechnung mit deinen echten Verbrauchsdaten.