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Stromfee WLAN-Steckdosen und die Strombörse – einfach erklärt

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Stromfee WLAN-Steckdosen und die Strombörse – einfach erklärt
Technik & Blindleistung — Stromfee (KI-Bild)

Eine WLAN-Steckdose misst und schaltet deinen Verbrauch aus der Ferne, die Strombörse legt fest, was eine Kilowattstunde stündlich kostet. Hier erfährst du, was beides ist und warum die Kombination bares Geld sparen kann.

Was ist eine Stromfee WLAN-Steckdose?

Eine WLAN-Steckdose steckst du zwischen Wandsteckdose und Gerät. Sie misst den tatsächlichen Verbrauch in Watt und Kilowattstunden und kann das angeschlossene Gerät per App oder automatisch ein- und ausschalten. Weil sie im WLAN hängt, brauchst du kein zusätzliches Kabel: Verbrauchsdaten und Schaltbefehle laufen über dein Heimnetz. So siehst du erstmals genau, welches Gerät wie viel zieht – und kannst es zeitgesteuert laufen lassen.

Was ist die Strombörse?

An der Strombörse (in Europa vor allem EPEX Spot) wird Strom im Voraus gehandelt. Im sogenannten Day-Ahead-Markt wird am Vortag für jede einzelne Stunde des Folgetags ein Preis versteigert. Ist viel günstiger Wind- und Solarstrom im Netz, fällt der Preis; bei knappem Angebot steigt er. Dieser Börsenpreis schwankt also stündlich – anders als der feste Cent-Betrag in einem klassischen Tarif.

Stromfee WLAN-Steckdosen und die Strombörse – einfach erklärt
Technik & Blindleistung — Stromfee (KI-Bild)
So hängen Steckdose und Börse zusammen

Der Börsenpreis nützt dir nur, wenn du deinen Verbrauch in die günstigen Stunden verschiebst – und genau das erledigt die WLAN-Steckdose. Sie schaltet flexible Verbraucher (Boiler, Wärmepumpe, Ladegerät, Waschmaschine) dann ein, wenn Strom an der Börse billig ist. Voraussetzung ist ein dynamischer Stromtarif, bei dem dein Preis dem Börsenpreis folgt. Ohne dynamischen Tarif zahlst du trotz smarter Steckdose immer denselben Arbeitspreis.

Negative Preise: wenn Strom nichts kostet

Bei sehr viel Wind und Sonne kann der Börsenpreis sogar unter null fallen. In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählten wir 2026 in Deutschland bisher 396 Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis, der Tiefstwert lag bei −500 EUR/MWh. In solchen Stunden bekommst du mit dynamischem Tarif Strom quasi geschenkt. Eine WLAN-Steckdose, die auf den Preis reagiert, kann genau diese Fenster automatisch für dich nutzen.

Braucht es dafür einen dynamischen Tarif?

Ja. Der Börsenpreis erreicht dich nur über einen dynamischen Stromtarif, der den stündlichen Spotpreis an dich weitergibt. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz müssen Stromlieferanten seit 2025 solche dynamischen Tarife anbieten – ob er sich für dich rechnet, hängt aber davon ab, wie viel Verbrauch du wirklich verschieben kannst. Ein fester Tarif bleibt sinnvoll, wenn dein Verbrauch kaum flexibel ist.

So startest du in wenigen Schritten

1. Prüfe, ob dein Stromanbieter einen dynamischen Tarif hat – oft ist dafür ein digitaler Zähler nötig. 2. Steck deine WLAN-Steckdose vor einen flexiblen Verbraucher und verbinde sie mit dem WLAN. 3. Beobachte ein paar Tage, welches Gerät wie viel zieht. 4. Lege Schaltzeiten oder Preis-Regeln fest, sodass die Steckdose in günstigen Börsenstunden schaltet. So machst du aus reiner Messung eine echte Ersparnis.

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Strompreisbörse: So entsteht der Preis, den du stündlich zahlst

Was eine Strompreisbörse ist – und was dort gehandelt wird

Eine Strompreisbörse ist ein Marktplatz für Strommengen, nicht für dich als Endkunde. Erzeuger und Händler geben Verkaufsgebote ab, Versorger und Großverbraucher Kaufgebote – jeweils für eine bestimmte Lieferzeit. Die Börse sortiert alle Verkaufsgebote nach Preis (Merit-Order: erst Wind und Sonne mit fast null Grenzkosten, dann Kernkraft/Braunkohle, dann Steinkohle, zuletzt Gas). Wo sich Angebots- und Nachfragekurve schneiden, entsteht der Marktpreis. Und hier kommt der Punkt, den die meisten nicht kennen: Es gilt Uniform Pricing – alle bekommen denselben Preis, nämlich den des teuersten Kraftwerks, das noch gebraucht wird. Deshalb schlägt teures Gas auf den gesamten Börsenpreis durch, obwohl gleichzeitig viel billiger Solarstrom im Netz ist. Gehandelt wird in Euro pro Megawattstunde (€/MWh); für den kurzfristigen Handel in Deutschland ist die EPEX SPOT zuständig, für langfristige Lieferverträge (Terminmarkt) die EEX.

Day-Ahead und Intraday: die zwei Zeitfenster der Strompreisbörse

Der größte Teil läuft über die Day-Ahead-Auktion: Bis 12:00 Uhr mittags geben alle Teilnehmer ihre Gebote für den kommenden Tag ab, danach wird einmalig abgerechnet und die Preise für den Folgetag stehen fest. Genau diese Preise siehst du am Nachmittag in Strompreis-Apps und in dynamischen Tarifen – dein Versorger kennt den Preis für morgen 12 Uhr, du auch. Neben den Stundenpreisen gibt es seit Herbst 2025 auch 15-Minuten-Produkte im Day-Ahead-Handel, die Auflösung wird also feiner. Läuft danach etwas anders als geplant (Wind flaut ab, ein Kraftwerk fällt aus), wird im Intraday-Handel nachjustiert – dort wird fortlaufend bis wenige Minuten vor der Lieferung gehandelt. Für deine WLAN-Steckdose zählt das Day-Ahead-Fenster: Sobald die Preise für morgen veröffentlicht sind, kannst du Waschmaschine, Spülmaschine oder Wallbox in die günstigsten Stunden legen.

Börsenpreis in ct/kWh umrechnen – und warum dein Tarif teurer ist

Die Umrechnung ist einfach: Der Börsenpreis in €/MWh geteilt durch 10 ergibt ct/kWh. 80 €/MWh sind also 8 ct/kWh, 30 €/MWh sind 3 ct/kWh. Ein negativer Wert wie −20 €/MWh entspricht −2 ct/kWh. Erwarte aber nicht, diesen Betrag auf deiner Rechnung wiederzufinden: Der Börsenpreis ist nur der Beschaffungsanteil. Obendrauf kommen Netzentgelte, Messstellenbetrieb, Konzessionsabgabe, Stromsteuer, die Marge deines Versorgers und am Ende die Umsatzsteuer auf alles zusammen. In einem dynamischen Tarif schwankt deshalb nur ein Teil des Preises stündlich – der Rest bleibt fix. Genau deshalb lohnt sich Verschieben trotzdem: Was schwankt, schwankt oft um ein Vielfaches, und das entscheidet über die Ersparnis. Voraussetzung ist ein Tarif nach § 41a EnWG (seit 2025 muss jeder Lieferant einen dynamischen Tarif anbieten) plus ein intelligentes Messsystem, weil viertelstündliche Werte abgerechnet werden müssen.

Ist Strompreisbörse dasselbe wie Strombörse?

Ja, gemeint ist dieselbe Sache. "Strombörse" ist der offizielle Begriff für den Handelsplatz, "Strompreisbörse" die umgangssprachliche Variante, die den Blick auf das Ergebnis lenkt – den Preis. Wichtiger als der Name ist die Unterscheidung der Märkte: Spotmarkt (EPEX SPOT, Lieferung heute/morgen, hier entstehen die stündlichen Preise) und Terminmarkt (EEX, Lieferung in Monaten oder Jahren, hier sichern sich Versorger langfristig ab). Dynamische Tarife und Preis-Apps beziehen sich immer auf den Spotmarkt.

Warum wird der Preis an der Strompreisbörse manchmal negativ?

Weil Strom in dieser Stunde ein Überangebot ist. Bei viel Wind und Sonne und gleichzeitig geringer Nachfrage – typisch an sonnigen Feiertagen oder Sonntagmittagen – gibt es mehr Erzeugung als Verbrauch. Große thermische Kraftwerke lassen sich nicht beliebig schnell herunterfahren, und für manche Anlagen ist es günstiger, für die Abnahme zu zahlen, als abzuschalten und später teuer wieder anzufahren. Das Gebot rutscht unter null, und weil alle denselben Marktpreis bekommen, wird der gesamte Stundenpreis negativ. Für dich heißt das im dynamischen Tarif: Der Beschaffungsanteil ist in dieser Stunde negativ – Netzentgelte, Abgaben und Steuern bleiben aber bestehen, dein Gesamtpreis wird also selten wirklich negativ.

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