EPEX Spot Deutschland – der Börsenpreis für Strom einfach erklärt

An der EPEX SPOT wird der Großhandelspreis für Strom in der Gebotszone Deutschland-Luxemburg (DE-LU) festgelegt. Hier erfährst du, wie Day-Ahead und Intraday funktionieren und warum die Preise stündlich schwanken.
Die EPEX SPOT ist die Strombörse für den kurzfristigen Handel in Zentral-Westeuropa. Deutschland handelt in der Gebotszone DE-LU (Deutschland-Luxemburg), dem größten Strommarkt Europas. Gehandelt wird kein physischer Strom im Wortsinn, sondern der Anspruch, zu einer bestimmten Stunde Strom zu liefern oder abzunehmen. Der dort gebildete Preis ist der Referenzpreis, an dem sich Versorger, Direktvermarkter und dynamische Tarife orientieren.

Im Day-Ahead-Handel bestimmst du den Preis für jede Stunde des Folgetags im Voraus. Alle Gebote werden bis zur Auktion um 12:00 Uhr mittags gesammelt, dann für jede Stunde (bzw. jedes Viertelstunden-Intervall) ein einheitlicher Marktpreis (Market Clearing Price) ermittelt. Angebot und Nachfrage treffen sich in diesem Preis: Ist viel Wind- und Solarstrom im Netz, sinkt er; bei knapper Erzeugung steigt er.

Weichen Prognosen von der Realität ab, korrigierst du im Intraday-Handel nach. Hier wird kontinuierlich gehandelt – bis wenige Minuten vor der Lieferung. Dieser Markt ist entscheidend für die Feinsteuerung, etwa wenn eine Solarprognose nicht aufgeht oder ein Kraftwerk ausfällt. Batteriespeicher verdienen genau hier: Sie laden bei niedrigen und speisen bei hohen Preisen ein.

Der Börsenpreis ändert sich stündlich, weil er die reale Erzeugungs- und Verbrauchslage abbildet. Bei Überangebot – viel Sonne und Wind bei geringem Verbrauch – kann der Preis negativ werden, teils bis in den Bereich von -500 €/MWh: Erzeuger zahlen dann fürs Einspeisen. Umgekehrt treiben Dunkelflaute oder Kältespitzen den Preis auf mehrere Tausend €/MWh.

Wenn du einen dynamischen Stromtarif nutzt, gibt der Day-Ahead-Preis der EPEX SPOT (plus Netzentgelte, Steuern und Abgaben) den Takt deines Verbrauchspreises vor. Für Betreiber von PV-Anlagen, Speichern oder BHKW ist der Spotpreis die Basis der Direktvermarktung: Je besser du Erzeugung und Verbrauch in die günstigen bzw. teuren Stunden legst, desto höher dein wirtschaftlicher Vorteil.
Die verbindlichen Auktionsergebnisse veröffentlicht die EPEX SPOT selbst; frei zugängliche Auswertungen für die Gebotszone DE-LU bietet unter anderem die Plattform SMARD der Bundesnetzagentur. Für die konkrete Optimierung deiner Anlage zählt aber nicht nur der Blick auf die aktuelle Stunde, sondern die Kombination aus Preisprognose und automatisierter Steuerung deiner Speicher und Verbraucher.
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Der EPEX-Strompreis ist der Großhandelspreis für Strom, der an der Strombörse EPEX SPOT für die Gebotszone Deutschland/Luxemburg (DE_LU) festgelegt wird. Angegeben wird er in Euro pro Megawattstunde (€/MWh) – teilst du diesen Wert durch 1000, bekommst du den Preis in Euro pro Kilowattstunde (€/kWh). Es gibt dabei zwei Märkte: den Day-Ahead-Markt, auf dem am Vortag die Preise für alle Stunden des Folgetags in einer Auktion bestimmt werden, und den Intraday-Markt, auf dem der Strom kurzfristig bis kurz vor Lieferung in feineren Zeitscheiben (seit der 15-Minuten-Umstellung in Viertelstunden-MTU) gehandelt wird. Dieser Börsenpreis ist die Grundlage für dynamische Stromtarife und für die Erlöse, die ein Batteriespeicher über Arbitrage erzielen kann.
Um den aktuellen EPEX-Strompreis zu sehen, brauchst du keine Börsenzulassung: Die Day-Ahead-Preise für DE_LU werden nach der täglichen Auktion (Gate-Closure gegen 12 Uhr) öffentlich veröffentlicht und lassen sich z. B. über die Transparenzplattform der Strombörse oder über ENTSO-E abrufen – dort siehst du für jede Stunde bzw. Viertelstunde einen eigenen Preis. Wichtig: Der EPEX-Preis schwankt stark über den Tag und kann sogar negativ werden – in unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählten wir für Deutschland 2026 bereits 409 Stunden mit negativen Preisen, der Tiefstwert lag bei −500 €/MWh. Solche Ausschläge nach oben und unten entstehen, weil Angebot (u. a. Wind und PV) und Nachfrage sich ständig verschieben. Genau diese Spreads zwischen billigen und teuren Stunden machen den EPEX-Preis für die Steuerung von Verbrauch und Speicher interessant.
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