Falschabrechnung – schon wieder Tür und Tor geöffnet? Nicht mit dem Stromfee Tagebuch

Wenn deine Stromrechnung nicht stimmt, zählt vor allem eins: lückenlose eigene Aufzeichnungen. Genau dafür führst du ein Verbrauchs-Tagebuch – damit du jeden falschen Posten sofort belegen und widerlegen kannst.
Prüfe zuerst drei Dinge: den Zählerstand auf der Rechnung gegen deinen echten Zählerstand, den abgerechneten Zeitraum und den Preis pro kWh gegen deinen Vertrag. Stimmt etwas nicht, lege schriftlich (E-Mail oder Brief) Einspruch beim Versorger ein und nenne den konkreten Fehler mit Datum und Zählerstand. Zahle offensichtlich zu hohe Beträge nicht ungeprüft – aber kläre vorher, ob du berechtigt widersprechen kannst, damit keine Mahnung droht.

Notiere regelmäßig – am besten monatlich und immer zum Jahreswechsel – deinen Zählerstand mit Datum und einem Foto des Zählers. Halte fest, welche Zählernummer auf deinem Gerät steht, denn eine vertauschte Zählernummer ist eine häufige Ursache für Falschabrechnungen. Mit dieser lückenlosen Reihe kannst du jeden geschätzten oder falsch übernommenen Wert deines Versorgers Zahl für Zahl kontern.

Typische Warnzeichen: ein „geschätzter" statt abgelesener Zählerstand, ein Verbrauch, der stark von deinem Vorjahr abweicht, ein falscher Tarif oder eine fremde Zählernummer. Auch doppelt berechnete Grundgebühren oder ein falscher Abrechnungszeitraum kommen vor. Vergleiche die Rechnung Posten für Posten mit deinem Tagebuch und deinem Vertrag – Abweichungen springen dir dann sofort ins Auge.

Nach den Regeln der Grundversorgung (StromGVV) muss deine Rechnung nachvollziehbar und verständlich sein, und du darfst begründete Einwendungen erheben. Bei einem offensichtlichen Fehler kannst du die Zahlung des strittigen Teils zurückhalten – den unstrittigen Teil solltest du fristgerecht zahlen. Reagiert der Versorger nicht, kannst du dich an die Schlichtungsstelle Energie und die Verbraucherzentrale wenden.

Reagiere zügig, sobald du einen Fehler bemerkst, und notiere das Datum deines Einspruchs. Bewahre alte Rechnungen, deine Zählerstands-Fotos und den gesamten Schriftwechsel mehrere Jahre auf – so hast du auch bei einer Nachforderung Jahre später deine Belege parat. Ein gepflegtes Tagebuch macht aus deinem Wort einen belegbaren Nachweis.
Bleibt der Streit ungelöst, ist die kostenlose Schlichtungsstelle Energie deine nächste Anlaufstelle – Voraussetzung ist meist, dass du dich vorher schriftlich an den Versorger gewandt hast. Die Verbraucherzentrale hilft dir, deinen Fall zu formulieren. Mit deinem lückenlosen Tagebuch als Beweisgrundlage stehst du in jedem dieser Schritte deutlich stärker da.
→ Übersicht: Falschabrechnung bei PV-Anlagen — die versteckten Fehler
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