Janitza UMG 96-EL mit MQTT: Energiemessung direkt im IoT-Datenfluss

Du willst die Messwerte deines Janitza UMG 96-EL per MQTT in eine IoT-Pipeline (Broker → Datenbank → Dashboard) schieben. Hier steht in klaren Schritten, wie das geht – und an welcher Stelle du eine Brücke brauchst.
Das UMG 96-EL selbst stellt seine Messwerte über Modbus bereit (Modbus RTU über RS485; TCP je nach Ausführung/Erweiterung). Ein direkter, nativer MQTT-Ausgang ist bei diesem Gerät nicht der Standardweg. Für "direkt im IoT-Datenfluss" liest ein kleines Gateway (z. B. ein Raspberry Pi oder Industrie-Gateway) das Gerät per Modbus aus und veröffentlicht die Werte als MQTT-Nachrichten. Genau dieses Muster – Modbus-Poller plus MQTT-Publisher – setzen wir bei Stromfee produktiv ein.

1) Poller verbindet sich per Modbus mit dem UMG 96-EL und liest die gewünschten Register. 2) Der Rohwert wird in physikalische Größen umgerechnet (z. B. kW, kvar, kWh). 3) Ein MQTT-Publisher schickt die Werte als JSON an deinen Broker (z. B. Mosquitto). 4) Ein Subscriber/Bridge schreibt sie in eine Zeitreihen-Datenbank wie InfluxDB oder ClickHouse. Ab da hängen Dashboards, Alarme oder Optimierung dran.

Das UMG 96-EL liefert die typischen Netz- und Energiegrößen: Spannung, Strom, Wirk-, Blind- und Scheinleistung (P, Q, S), Leistungsfaktor bzw. cosφ, Frequenz sowie Energiezähler (Bezug/Einspeisung). Überlade dein MQTT-Topic nicht: Wähle bewusst die Register aus, die du im Dashboard oder in der Regelung wirklich brauchst, und lege das Poll-Intervall (z. B. 1–10 s) an deinen Anwendungsfall an.

Nutze eine hierarchische Topic-Struktur, z. B. standort/gebaeude/umg96el/messwerte. Schick pro Nachricht ein kompaktes JSON, etwa {"p_kw": 12.4, "q_kvar": 3.1, "cosphi": 0.97, "e_kwh": 145820, "ts": "..."}. Ein einheitliches JSON-Schema erspart dir später Parser-Ärger in der Bridge und macht neue Sensoren plug-and-play.

Der MQTT-Broker (z. B. Mosquitto) entkoppelt Messgerät und Auswertung: Fällt das Dashboard aus, laufen die Nachrichten weiter. Für die Historie brauchst du einen Subscriber, der die Payloads in eine Datenbank schreibt. Bewährt: eine MQTT-zu-ClickHouse-Bridge (Topics abonnieren → Zeilen einfügen) oder MQTT → InfluxDB. Absicherung: TLS auf dem Broker und je Gerät eigene Zugangsdaten statt eines geteilten Accounts.
Halte den Poller robust: Reconnect bei Modbus-Timeout, lokale Zwischenspeicherung (z. B. InfluxDB lokal oder eine Puffer-Datei), falls der Broker kurz weg ist. Setze die Modbus-Register-Adressen genau nach dem Janitza-Datenblatt deiner Geräte-Variante – zwischen Baureihen können sie abweichen. Und protokolliere Fehler getrennt, damit du eine Datenlücke sofort erkennst statt Wochen später im Dashboard.
→ Vertiefung: Energiemessung mit Loxone: Modbus-Zähler auslesen
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