MSCONS erklärt: Wie deine Strom-Vergütung wirklich abgerechnet wird

MSCONS ist das genormte Nachrichtenformat, mit dem deine Zähler- und Einspeisewerte zwischen den Marktpartnern ausgetauscht werden. Genau aus diesen Werten wird berechnet, wie viel Geld du für deinen eingespeisten oder verbrauchten Strom bekommst.
MSCONS steht für „Metered Services Consumption report" und ist eine standardisierte EDIFACT-Nachricht aus dem edi@energy-Regelwerk. Sie transportiert deine gemessenen Energiemengen – Zählerstände und Lastgänge (viertelstündliche Messwerte) – maschinenlesbar zwischen den Beteiligten im deutschen Strommarkt. Du bekommst diese Datei selbst nie zu Gesicht, aber sie ist die Grundlage jeder Abrechnung.

Dein Messstellenbetreiber liest deinen Zähler (bei modernen Anlagen automatisch über das intelligente Messsystem). Diese Messwerte packt er in eine MSCONS-Nachricht und schickt sie an Netzbetreiber, Lieferant und – bei Einspeisung – an deinen Direktvermarkter. Dort werden die eingespeisten kWh mit deiner Vergütung (z. B. EEG-Marktprämie oder fester Satz) multipliziert. Kurz: keine MSCONS-Werte, kein Geld. Sind die übermittelten Mengen falsch, ist auch deine Abrechnung falsch.

In einer MSCONS-Nachricht findest du (wenn du sie decodierst) die Zählpunktbezeichnung (deine 33-stellige Marktlokations- bzw. Messlokations-ID), den Zeitraum, die Energierichtung (Bezug oder Einspeisung) und die Messwerte selbst – entweder als Zählerstände oder als Lastgang im 15-Minuten-Raster. Für PV-Einspeiser ist besonders der Lastgang wichtig, denn danach richtet sich die Marktprämie stundengenau.

Am MSCONS-Austausch hängen mehrere Rollen: der Messstellenbetreiber (misst und meldet), der Netzbetreiber (bilanziert), dein Stromlieferant (rechnet den Bezug ab) und – bei Direktvermarktung – dein Vermarkter (rechnet die Einspeisung ab). Jede Nachricht wird technisch mit einer APERAK-Antwort quittiert. Läuft eine Quittung auf Fehler, wurden deine Werte nicht sauber verarbeitet.

Kommt kein automatischer Fernauslesewert an, dürfen Netzbetreiber ersatzweise schätzen – dann steht in der MSCONS ein „Ersatzwert" statt deiner echten Erzeugung. Das passiert oft bei Kommunikationsausfall des Messsystems. Für dich heißt das: Prüfe deine Jahresabrechnung gegen die eigene Zählerablesung. Weichen Einspeisemengen deutlich ab, verlange die zugrunde liegenden Messwerte – der Netzbetreiber muss dir seine Datenbasis offenlegen.
Du musst kein EDIFACT lesen können. Notiere dir Zählerstände zum Jahreswechsel, vergleiche sie mit den Werten auf deiner Vergütungs- oder Netznutzungsabrechnung und achte auf plausible Einspeisemengen (grob: kWp × 900–1.000 kWh pro Jahr in Deutschland). Bei größeren Anlagen mit Lastgangmessung lohnt ein Blick ins Messwertportal deines Messstellenbetreibers – dort stehen dieselben Werte, die per MSCONS versendet wurden.
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