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Negative Regelleistung – was ist das?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Negative Regelleistung – was ist das?
Strommarkt & Tarife — Stromfee (KI-Bild)

Negative Regelleistung brauchst du dann, wenn zu viel Strom im Netz ist und die Frequenz über 50 Hertz steigt. Sie sorgt dafür, dass der Überschuss ausgeglichen wird – entweder durch weniger Erzeugung oder durch mehr Verbrauch.

Kurz erklärt: Das steckt dahinter

Das Stromnetz muss immer exakt bei 50 Hertz laufen. Speisen Wind und Sonne mehr ein, als gerade verbraucht wird, steigt die Frequenz. Dann rufen die Übertragungsnetzbetreiber negative Regelleistung ab: Anbieter fahren ihre Erzeugung herunter oder erhöhen gezielt ihren Verbrauch. So wird der Überschuss aus dem Netz genommen und die Frequenz stabil gehalten.

Negative Regelleistung – was ist das?
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Positive vs. negative Regelleistung

Merke dir die Richtung: Positive Regelleistung wird abgerufen, wenn Strom fehlt (Frequenz unter 50 Hz) – dann muss mehr eingespeist oder weniger verbraucht werden. Negative Regelleistung ist das Gegenteil: Es ist zu viel Strom da, also muss Erzeugung gedrosselt oder Verbrauch hochgefahren werden. Beide sichern dieselbe Frequenz, nur aus entgegengesetzter Richtung.

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Wer negative Regelleistung liefert

Typische Anbieter sind Batteriespeicher (die laden statt entladen), Pumpspeicher, Power-to-Heat-Anlagen, flexible Industrieverbraucher und regelbare Erzeuger, die kurzfristig heruntergefahren werden können. Auch abschaltbare bzw. drosselbare EE-Anlagen kommen infrage. Kleinere Einheiten werden meist über Aggregatoren zu virtuellen Kraftwerken gebündelt, um die Marktanforderungen zu erfüllen.

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So läuft die Vermarktung ab

Regelleistung wird von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern über die gemeinsame Ausschreibungsplattform beschafft. Es gibt drei Produkte, jeweils positiv und negativ: Primärregelleistung (FCR, Aktivierung in Sekunden), Sekundärregelleistung (aFRR) und Minutenreserve (mFRR). Bevor du teilnehmen darfst, musst du deine Anlage präqualifizieren lassen. Die Mindestangebotsgröße liegt bei den Standardprodukten bei 1 MW – erreichbar auch im Pool.

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Wie du dafür vergütet wirst

Die Vergütung besteht aus zwei Teilen: dem Leistungspreis fürs Bereithalten der Reserve und dem Arbeitspreis für den tatsächlichen Abruf. Bei negativer Regelleistung kann die Logik ungewohnt wirken, weil du zusätzlichen Strom aufnimmst statt einspeist – ob und wie stark der Arbeitspreis hier ins Positive oder Negative geht, hängt vom jeweiligen Gebot und Markt ab. Für Speicherbetreiber ist das ein zusätzlicher Erlöskanal neben dem reinen Stromhandel.

Nicht verwechseln: Negativpreise am Strommarkt

Negative Regelleistung ist etwas anderes als negative Strompreise. Regelleistung ist ein Systemdienst zur Frequenzhaltung im Sekunden- bis Minutenbereich. Negative Strompreise entstehen dagegen am Day-Ahead- oder Intraday-Markt, wenn das Angebot die Nachfrage deutlich übersteigt (2026 in Deutschland bislang 409 Negativstunden, Tiefstwert -500 EUR/MWh nach unserer ENTSO-E-Auswertung). Beide hängen mit Stromüberschuss zusammen, sind aber getrennte Märkte.

🎬 Der Energie-Zähler
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Negative Wirkleistung – was bedeutet das konkret?

Negative Wirkleistung heißt einfach: Die Wirkleistung P hat ein Minus-Vorzeichen, der Strom fließt also in die entgegengesetzte Richtung zur festgelegten Zählrichtung. Wirkleistung ist der Anteil, der echte Arbeit leistet (Wärme, Bewegung, Licht) – gemessen in Watt bzw. Kilowatt. Ob P positiv oder negativ ist, hängt allein vom vereinbarten Bezugspfeil ab: Im Verbraucher-Zählpfeilsystem gilt bezogene Leistung als positiv. Dreht sich das Vorzeichen um, verbrauchst du an dieser Stelle keine Leistung mehr, sondern gibst sie ab. Am Netzanschlusspunkt bedeutet negative Wirkleistung deshalb in aller Regel Einspeisung ins Netz statt Bezug – dein Zähler zählt dann rückwärts bzw. auf dem Einspeise-Register.

Der häufigste Fall: Deine PV-Anlage oder dein BHKW erzeugt mehr, als im Haus oder Betrieb gerade gebraucht wird. Der Überschuss fließt ins Netz, und am Übergabezähler wird die Wirkleistung negativ. Kann Wirkleistung also negativ werden? Ja – aber nur relativ zur gewählten Zählrichtung, nicht als physikalischer Widerspruch. Es ist derselbe Vorgang, nur von der anderen Seite betrachtet: Was für dich Einspeisung ist, ist für den abnehmenden Anschluss Bezug. Wichtig ist, die Wirkleistung nicht mit der Blindleistung zu verwechseln: Auch die Blindleistung kann ein negatives Vorzeichen tragen (kapazitiv statt induktiv), das beschreibt aber die Blind- und nicht die Wirkkomponente. Wenn du ein Minus vor der Wirkleistung siehst, prüf also zuerst die Zählpfeil-Richtung deiner Messung – dann ist klar, ob es sich um Bezug oder Einspeisung handelt.

Dazu von Stromfee
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