PV-Inspektion mit Drohne: So läuft die Prüfung ab

Eine Drohnen-Inspektion überfliegt deine PV-Anlage mit einer Wärmebild- und einer normalen Kamera und deckt defekte Module, Hotspots und Verschaltungsfehler auf, ohne dass jemand aufs Dach oder ins Feld muss. In wenigen Stunden ist eine Fläche geprüft, für die manuelle Kontrolle Tage bräuchte.
1) Die Drohne fliegt eine vorprogrammierte Route über die Modulfelder ab. 2) Eine Infrarot-(Thermografie-)Kamera nimmt die Wärmeverteilung jedes Moduls auf, eine normale RGB-Kamera das sichtbare Bild. 3) Die Anlage bleibt dabei am Netz und unter Last, sonst zeigen defekte Zellen keine Temperaturunterschiede. 4) Die Aufnahmen werden georeferenziert dem jeweiligen Modul zugeordnet und ausgewertet. 5) Du bekommst einen Bericht mit markierten Fehlerstellen, Modulposition und Bewertung.

Auffällige Temperaturen verraten den Fehler: Hotspots (einzelne heiße Zellen durch Verschmutzung, Zellbruch oder Verschattung), komplett warme Module deuten auf defekte Bypass-Dioden hin, dunkle bzw. kalte Module oder Strings zeigen einen Ausfall (keine Stromproduktion). Auch PID (potenzialinduzierte Degradation) und Anschlussfehler werden über typische Wärmemuster sichtbar. Die visuelle Kamera ergänzt Risse, Delamination oder Verschmutzung.

Sicher: Niemand muss auf Dächer klettern oder zwischen elektrisch aktiven Modulreihen laufen – Absturz- und Stromschlagrisiko entfallen. Schnell: Aus der Luft prüfst du große Freiflächen- oder Dachanlagen in Stunden statt Tagen, weil jedes Modul in einem Überflug erfasst wird, statt es Reihe für Reihe von Hand mit der Kamera abzugehen.

Thermografie an PV braucht Sonne und Last. Als Faustregel gilt eine Einstrahlung von mindestens rund 600 W/m² (mehr ist besser), möglichst klarer Himmel und wenig Wind, damit sich die Temperaturunterschiede zwischen gesunden und defekten Zellen deutlich abzeichnen. Bei bedecktem Himmel oder morgens/abends sinkt die Aussagekraft. Die Vorgehensweise für die Thermografie an PV-Anlagen ist in der IEC TS 62446-3 beschrieben.

Jedes defekte oder ausgefallene Modul, das keinen Strom liefert, fehlt direkt in deiner Einspeise- bzw. Vermarktungsmenge – und damit im Erlös. Ein ausgefallener String kann je nach Anlagengröße spürbar Ertrag kosten, ohne dass du es am Zähler sofort einem einzelnen Modul zuordnen kannst. Die Drohnen-Thermografie zeigt dir genau, welches Modul betroffen ist, sodass du gezielt reparierst, statt lange Mindererträge hinzunehmen. Der dokumentierte Bericht (Modulposition plus Wärmebild) dient dir außerdem als Beleg gegenüber Installateur oder Hersteller bei Garantie- und Gewährleistungsansprüchen.
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