Börsenstrompreise als Steuersignal: EPEX- und ENTSO-E-Daten an den Loxone Spotprice-Optimizer übergeben

Du willst, dass dein Haus dann läuft, wenn Strom an der Börse billig ist – gesteuert über ein EMS und den Loxone Spotprice-Optimizer. Hier bekommst du die konkrete Datenkette EPEX/ENTSO-E → EMS → Miniserver, ohne Umweg.
Es gibt zwei saubere Wege. Weg 1: Der Loxone Spotprice-Optimizer (Baustein „Preisoptimierung“) holt die Day-Ahead-Preise für deine Gebotszone (DE-LU) selbst über die Cloud-Anbindung des Miniservers und rankt die günstigsten Stunden – ohne externes EMS. Weg 2: Dein EMS berechnet ein eigenes Signal (z. B. Day-Ahead aus ENTSO-E plus eigene Aufschläge) und schiebt es aktiv in den Miniserver. Sobald du eigene Preise oder ein eigenes Freigabesignal einspeisen willst, brauchst du Weg 2.

1) EMS zieht die Preise: EPEX-Spot-Day-Ahead (Auktion, Schluss 12:00 Uhr für den Folgetag) oder ENTSO-E Transparency Platform, jeweils Gebotszone DE-LU. 2) EMS rechnet daraus deinen Endpreis: Börsenpreis + Netzentgelt + Abgaben/Umlagen + Steuer + Marge. 3) Übergabe an Loxone über eine der offenen Schnittstellen – Virtueller Eingang per HTTP/UDP, Modbus TCP oder MQTT (über Gateway/Extension). 4) Im Miniserver landet entweder eine Preis-Zeitreihe oder ein binäres „jetzt günstig“-Signal, das Wärmepumpe, Speicher-Ladung oder Wallbox freigibt.

EPEX Spot ist die Börse: Die Day-Ahead-Auktion liefert die stündlichen Preise (zunehmend auch im 15-Minuten-Raster) für den nächsten Tag, veröffentlicht am Vortag gegen Mittag. ENTSO-E Transparency Platform ist die regulatorische Plattform, die dieselben Day-Ahead-Preise je Gebotszone bereitstellt – gut, wenn dein EMS ohnehin ENTSO-E-Rohdaten für Last, Erzeugung oder Prognosen nutzt. Für die reine Preissteuerung reicht eine der beiden Quellen; wichtig ist, dass beide dieselbe Gebotszone DE-LU meinen.

Börsenpreise kommen in EUR/MWh, Loxone rechnet in ct/kWh. Faustregel: EUR/MWh ÷ 10 = ct/kWh (100 EUR/MWh = 10 ct/kWh). Der Börsenpreis allein ist aber nicht dein Endpreis – erst mit Netzentgelt, Abgaben, Umlagen und Steuer wird daraus die Zahl, nach der der Optimizer sinnvoll schalten soll. Lass diese Aufschläge im EMS aufaddieren und übergib den fertigen Arbeitspreis, damit die Stunden-Rangfolge im Miniserver stimmt.

Der interessanteste Trigger sind negative Preise. In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählte Deutschland 2026 bis dato 396 Negativstunden, mit einem Tiefstwert von -500 EUR/MWh. In solchen Fenstern willst du maximal Last ziehen: Speicher laden, Warmwasser hochheizen, E-Auto laden. Konfiguriere im EMS eine Schwelle (z. B. Preis ≤ 0), die den Optimizer per Freigabesignal in den „Verbrauchen“-Modus zwingt – das ist der Hebel, der den größten Effekt bringt.
Der Optimizer ist nur so gut wie seine Preisdaten. Plane, wann dein EMS die Preise zieht (der Folgetag steht erst nach der Auktion am Mittag fest) und wie oft es aktualisiert. Baue einen Fallback ein: Bleibt der EPEX-/ENTSO-E-Abruf aus, sollte der Miniserver auf einen sicheren Standardplan zurückfallen statt auf veralteten Preisen zu schalten. Prüfe im Log, ob die übergebenen Werte plausibel sind, bevor du echte Verbraucher daran hängst.
→ Vertiefung: Energiemessung mit Loxone: Modbus-Zähler auslesen