HomeBlog

WAGO SPS: Was die Steuerung ist und wie du sie einsetzt

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
WAGO SPS: Was die Steuerung ist und wie du sie einsetzt
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)

SPS steht für „speicherprogrammierbare Steuerung" – einen Industrie-Computer, der Anlagen nach frei programmierter Logik steuert. WAGO ist ein deutscher Hersteller (Sitz Minden) solcher Steuerungen; die bekanntesten Modelle sind die PFC-Controller PFC100 und PFC200.

Was ist eine WAGO SPS konkret?

Eine WAGO SPS ist ein modularer Controller, der Sensorsignale (Spannung, Strom, Temperatur, Zählerstände) einliest, nach deiner Programmlogik verarbeitet und Aktoren (Relais, Schütze, Ventile, Wechselrichter-Sollwerte) ansteuert. Herzstück ist der Controller (z. B. PFC200), an den du über das WAGO-I/O-System modular Ein- und Ausgangsklemmen anreihst. Die PFC-Reihe läuft intern unter Linux, das macht sie flexibler als klassische Kompakt-SPSen.

WAGO SPS: Was die Steuerung ist und wie du sie einsetzt
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Wie programmierst du sie?

WAGO-Controller programmierst du nach dem Industriestandard IEC 61131-3 – also in den Sprachen KOP (Kontaktplan), FUP (Funktionsplan), ST (Strukturierter Text), AWL und AS. Die Werkzeuge dafür sind e!COCKPIT (auf CODESYS-Basis) oder direkt CODESYS. Weil ein Linux-Kern läuft, kannst du zusätzlich mit Docker-Containern, Node-RED oder eigenen Skripten (z. B. Python) arbeiten – praktisch, wenn die SPS Daten an eine Cloud oder ein Energie-Dashboard schicken soll.

WAGO SPS: Was die Steuerung ist und wie du sie einsetzt
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Welche Schnittstellen hat sie?

Für die Anbindung an Zähler, Wechselrichter und Leitsysteme bringen WAGO-Controller je nach Modell Modbus TCP und Modbus RTU, CANopen, PROFIBUS, PROFINET, EtherCAT, BACnet sowie – wichtig in der Energiewelt – die Fernwirkprotokolle IEC 60870-5-104 und teils IEC 61850 mit. Über diese offenen Protokolle lässt sich eine WAGO-Steuerung sauber in bestehende Anlagentechnik einbinden.

WAGO SPS: Was die Steuerung ist und wie du sie einsetzt
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Warum stecken WAGO-SPSen in Energieanlagen?

In PV-Parks, BHKW und Speichern werden WAGO-Controller häufig als Basis für Park- bzw. EZA-Regler (Erzeugungsanlagen-Regler) genutzt: Sie setzen Vorgaben des Netzbetreibers (Wirkleistungsreduzierung, Blindleistung/cosφ) am Einspeisepunkt um. Solche Regler kommunizieren typischerweise über Modbus (Port 502) und IEC 60870-5-104 (Port 2404) und tragen oft eine WAGO-Netzwerkkennung (MAC-Präfix 00:30:DE).

WAGO SPS: Was die Steuerung ist und wie du sie einsetzt
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Wann ist eine WAGO SPS die richtige Wahl?

Sinnvoll, wenn du eine offene, protokollstarke und erweiterbare Steuerung brauchst – etwa für Eigenverbrauchsoptimierung, Lastmanagement, §51-EEG-konforme Abregelung bei Negativpreisen oder die Anbindung eines Batteriespeichers. Für reine Schaltaufgaben ohne Datenanbindung ist sie oft überdimensioniert; ihre Stärke ist das Zusammenspiel aus IEC-61131-Logik, offenen Schnittstellen und Linux-Erweiterbarkeit.

🎬 Der Energie-Zähler
Aktuell dazu
WAGO SPS Controller: Was er macht und wie du ihn in Betrieb nimmst

Der Controller ist der Kopf deines WAGO-Knotens: das Kopfmodul ganz links auf der Hutschiene, an das du rechts die I/O-Klemmen ansteckst. Er hat eine eigene CPU und arbeitet dein Steuerprogramm zyklisch ab – im Gegensatz zum reinen Buskoppler, der Signale nur an eine übergeordnete Steuerung durchreicht. Genau das ist der Unterschied, auf den es bei der Auswahl ankommt: Controller = eigene Logik im Schaltschrank, Buskoppler = nur Feldbus-Anbindung. Programmiert wird nach IEC 61131-3 (ST, KOP, FUP, AWL, AS), aktuelle Baureihen wie der PFC100 und PFC200 laufen auf CODESYS 3 bzw. der darauf aufbauenden WAGO-Umgebung e!COCKPIT. Weil auf den PFC-Geräten ein Linux läuft, kann derselbe Controller neben der SPS-Logik auch Aufgaben wie MQTT-Publishing, Modbus-TCP-Server oder eigene Skripte übernehmen – deshalb taucht er in Energie- und BHKW-Anwendungen so oft als Datensammler auf.

In Betrieb nimmst du ihn in dieser Reihenfolge: Erstens den Controller nach den Schnittstellen wählen, die du wirklich brauchst (Ethernet-Ports, serielle Schnittstelle, CAN, Feldbus-Protokoll) – die Klemmen dahinter sind frei kombinierbar, das Kopfmodul nicht. Zweitens Klemmen stecken und die Endklemme nicht vergessen, sonst ist der interne Bus nicht abgeschlossen. Drittens 24 V DC anlegen und die IP-Adresse vergeben: über die DIP-Schalter, über WAGO Ethernet Settings oder über das Web-Based Management (WBM) im Browser. Im WBM setzt du auch gleich das Passwort und schaltest die Protokolle frei, die du nutzen willst – alles andere lässt du aus. Viertens das Projekt in e!COCKPIT oder CODESYS anlegen, die Klemmen in der richtigen physischen Reihenfolge einlesen bzw. eintragen, das Programm schreiben und auf den Controller laden. Fünftens im Betrieb prüfen: Die LEDs am Kopfmodul zeigen dir Versorgung, Bus-Status und Fehler – blinkt die I/O-LED rot, stimmt in aller Regel die Klemmenreihenfolge im Projekt nicht mit dem realen Aufbau überein.

Abrechnung prüfen lassen?

Kontakt aufnehmen →
🌐 Stromfee in your language: English · Deutsch · Español · Français · Português · العربية · 日本語 · 中文 · 한국어 · हिन्दी · Bahasa
🛰️ Stromfee Radar öffnen →