Was ist kVA? Scheinleistung einfach erklärt

kVA (Kilovoltampere) ist die Einheit der Scheinleistung – also der Leistung, die ein Gerät aus dem Netz zieht, bevor man Wirk- und Blindanteil trennt. Sie beschreibt die gesamte elektrische Belastung, für die Kabel, Sicherungen und Trafos ausgelegt sein müssen.
kVA steht für Kilovoltampere und ist die Einheit der Scheinleistung S. Die Scheinleistung ergibt sich aus Spannung mal Strom: S = U · I. Sie sagt, wie stark ein Verbraucher das Netz insgesamt belastet – unabhängig davon, wie viel davon tatsächlich in nutzbare Arbeit umgesetzt wird. Deshalb geben Hersteller die Belastbarkeit von Transformatoren, Generatoren und USV-Anlagen in kVA an.

Die Scheinleistung (kVA) besteht aus zwei Teilen: der Wirkleistung P (in kW), die echte Arbeit leistet – etwa Wärme, Licht oder Drehmoment – und der Blindleistung Q (in kvar), die nur zwischen Netz und Gerät pendelt, ohne Arbeit zu verrichten. Es gilt der Zusammenhang S² = P² + Q². kW ist also immer der nutzbare Anteil, kVA die gesamte Belastung.

Der Schlüssel ist der Leistungsfaktor cosφ. Es gilt: kW = kVA · cosφ. Umgekehrt: kVA = kW / cosφ. Beispiel: Ein Gerät mit 100 kVA und cosφ = 0,8 hat 100 · 0,8 = 80 kW Wirkleistung. Ohne bekannten cosφ lässt sich kVA nicht sauber in kW umrechnen – die beiden Werte sind nur bei cosφ = 1 identisch.

Der Leistungsfaktor cosφ = P/S beschreibt, welcher Anteil der Scheinleistung als Wirkleistung ankommt. Ein cosφ von 1 heißt: alles wird genutzt (rein ohmsche Last wie ein Heizstab). Bei induktiven Lasten wie Motoren oder Trafos liegt cosφ typisch zwischen 0,7 und 0,9 – dann fließt spürbar Blindleistung mit, die das Netz belastet, ohne Arbeit zu leisten.

Kabel, Sicherungen und Transformatoren müssen den gesamten fließenden Strom tragen – also die Scheinleistung, nicht nur die Wirkleistung. Ein Trafo mit 630 kVA kann bei cosφ = 0,9 nur rund 567 kW Wirkleistung liefern. Wer nur mit kW plant, unterschätzt die nötige Anschlussgröße. Deshalb wird Technik grundsätzlich in kVA dimensioniert.
Merke dir: kVA ist immer größer oder gleich kW. Je schlechter der Leistungsfaktor, desto weiter liegen beide Werte auseinander. Bei Motoren, Pumpen und Lüftern lohnt sich oft eine Blindleistungskompensation, um cosφ Richtung 1 zu bringen – das senkt die Scheinleistung, entlastet das Netz und kann Blindarbeit auf der Stromrechnung vermeiden.
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