Wie reduzierst du deine Spitzenlasten mit dem Stromfee-Tagebuch?

Das Stromfee-Tagebuch protokolliert deinen Lastgang, damit du siehst, wann und warum deine Leistungsspitzen entstehen. Aus diesem Muster leitest du ab, welche Verbraucher du verschieben, drosseln oder mit Speicher abfangen musst.
1) Lastgang im Tagebuch öffnen und den höchsten kW-Wert (deine aktuelle Spitze) markieren. 2) Nachsehen, welche Geräte in genau diesem Viertelstunden-Intervall gleichzeitig liefen. 3) Prüfen, welche davon zeitlich verschiebbar oder kurz abschaltbar sind. 4) Maßnahme eintragen und im Tagebuch kontrollieren, ob die neue Spitze sinkt.
Wechsle im Tagebuch in die Lastgang- bzw. Viertelstunden-Ansicht. Die höchste Spitze im Abrechnungszeitraum bestimmt bei leistungsgemessenen Anschlüssen deinen Leistungspreis – nicht der Durchschnitt. Filtere nach Tageszeit und Wochentag, um wiederkehrende Muster (z. B. morgendlicher Anlauf mehrerer Maschinen) zu erkennen.

Die meisten Spitzen entstehen, weil mehrere große Verbraucher zufällig gleichzeitig anlaufen. Nutze das Tagebuch, um solche Überlagerungen zu identifizieren, und staffele die Startzeiten: Lüftung, Kompressor, Ladevorgänge oder Kühlung zeitversetzt starten statt parallel. So senkst du die Spitze, ohne Energie einzusparen zu müssen.
Prüfe im Tagebuch, welche Prozesse flexibel sind: Vorkühlen/Vorheizen vor der Spitze, Batterie- oder Warmwasserladung in Schwachlastzeiten, E-Auto-Laden mit reduzierter Leistung. Verschiebbare Lasten in verbrauchsschwache Fenster zu legen glättet den Lastgang, ohne den Betrieb zu stören.
Was sich nicht verschieben lässt, fängst du mit einem Batteriespeicher ab (Peak Shaving): Der Speicher deckt kurzzeitig die Leistung über deiner Zielgrenze. Aus dem Tagebuch liest du ab, wie hoch und wie lang deine typische Spitze ist – das ist die Grundlage, um Leistung (kW) und Kapazität (kWh) des Speichers passend auszulegen.
Setze dir eine Ziel-Spitze (kW) und vergleiche sie nach jeder Maßnahme mit dem neuen Höchstwert im Tagebuch. Nur die real gemessene neue Maximalspitze zählt – eine einzige unbeobachtete Viertelstunde kann den Erfolg zunichtemachen. Kontrolliere daher regelmäßig, nicht nur einmalig.
Was kosten dich deine Lastspitzen?
Eine einzige Lastspitze treibt deine Netzentgelte fuers ganze Jahr hoch. Pruefe, wie viel ein Speicher dir sparen wuerde.
Spitzenlast-Ersparnis pruefen →Wie optimiere ich meinen Energieverbrauch, um Lastspitzen zu vermeiden?
Eine Lastspitze entsteht fast nie durch einen einzelnen großen Verbraucher, sondern dadurch, dass mehrere gleichzeitig laufen. Genau hier setzt die Optimierung an — und sie ist etwas anderes als Energiesparen: Der Arbeitspreis hängt an den kWh, der Leistungspreis an der höchsten Viertelstunde. Du kannst deinen Jahresverbrauch unverändert lassen und trotzdem die Spitze senken, indem du dieselbe Energie anders über den Tag verteilst. Umgekehrt gilt: Wer nur den Verbrauch drückt, aber die Gleichzeitigkeit stehen lässt, zahlt weiter den alten Leistungspreis. Rechne dabei immer in der Abrechnungseinheit deines Netzbetreibers: gemessen wird der Mittelwert je 15 Minuten, also kWh im Intervall × 4 = kW. Ein 60-kW-Verbraucher, der nur 5 Minuten in der Viertelstunde läuft, schlägt mit 20 kW zu Buche — kurze Einschaltdauer ist bereits eine Maßnahme.
1) Grundlast bestimmen: Nimm den niedrigsten Dauerwert deines Lastgangs (meist nachts oder am Wochenende). Alles darüber ist beeinflussbare Last. 2) Verbraucher-Rangliste bauen: Notiere je Anlage die Anschlussleistung in kW und ob sie zeitlich gebunden ist. Kandidaten sind typischerweise Kälte- und Kompressoranlagen, Lüftung, Elektroheizregister, Ladeinfrastruktur, Trocknung, Öfen und Anfahrvorgänge. 3) Verschiebbares von Gebundenem trennen: Kälte- und Warmwasserspeicher, Ladepunkte, Trocknungs- und Reinigungsprozesse sind Speicher — sie dürfen vorlaufen oder nachlaufen, ohne dass die Produktion leidet. 4) Startzeiten entzerren: Zieh Anfahrvorgänge auseinander, statt alles zum Schichtbeginn gleichzeitig hochzufahren, und staffle Sanftanläufe. 5) Schwelle setzen und automatisch abriegeln: Leg eine Zielleistung in kW fest, die unter deiner bisherigen Spitze liegt, und definiere vorab eine Abwurfreihenfolge — welcher Verbraucher wird bei Annäherung an die Schwelle zuerst pausiert, für wie lange, und welcher ist tabu. Nur mit dieser festen Reihenfolge wird aus Verbrauchsoptimierung eine wiederholbare Regel statt Handbetrieb.
Der einzige belastbare Nachweis ist der Vergleich derselben Kennzahl vor und nach der Maßnahme — nicht das Gefühl, dass es ruhiger läuft. Prüfe drei Dinge: Erstens die höchste Viertelstunde des Abrechnungszeitraums, denn nur sie bestimmt den Leistungspreis; eine gesenkte Durchschnittslast bringt dir nichts, wenn eine einzelne Spitze stehen bleibt. Zweitens die Verschiebung selbst: Ist die Last wirklich weg oder nur in eine andere Viertelstunde gewandert, in der sie eine neue Spitze bildet? Das siehst du nur im Lastgang, nicht in der Monatssumme. Drittens die Benutzungsdauer (Jahresverbrauch in kWh geteilt durch die Spitzenleistung in kW, Ergebnis in Stunden pro Jahr): Steigt dieser Wert, hast du dieselbe Energiemenge gleichmäßiger bezogen — genau das ist das Ziel. Nimm als Vergleichsbasis Zeiträume mit ähnlicher Auslastung und Außentemperatur, sonst misst du das Wetter statt deiner Maßnahme.
Muss ich weniger Strom verbrauchen, um Lastspitzen zu vermeiden?
Nein. Lastspitzen sind ein Gleichzeitigkeitsproblem, kein Mengenproblem. Der Leistungspreis bemisst sich an der höchsten gemessenen Viertelstunde, der Arbeitspreis an den kWh. Du kannst deine Spitze senken, ohne eine einzige Kilowattstunde einzusparen — indem du verschiebbare Verbraucher zeitlich entzerrst. Umgekehrt senkt eine reine Verbrauchsreduktion den Leistungspreis nur dann, wenn sie ausgerechnet in der teuersten Viertelstunde wirkt.
Welche Verbraucher soll ich zuerst anfassen?
Die mit hoher Leistung und thermischem oder stofflichem Speicher dahinter — dort ist eine Unterbrechung von einigen Minuten ohne Prozessfolgen möglich. Klassisch sind Kälteanlagen, Warmwasserbereitung, Lüftung, Ladepunkte und Trocknungsprozesse. Finger weg von Verbrauchern, deren Unterbrechung Ausschuss, Sicherheitsrisiken oder einen langen Wiederanlauf erzeugt: Der Wiederanlauf kann eine größere Spitze verursachen als die eingesparte Last. Lege die Reihenfolge schriftlich fest, bevor du automatisierst.