Was ist die Wirkleistung des Wechselrichters?

Die Wirkleistung deines Wechselrichters ist die tatsächlich nutzbare elektrische Leistung, die er ins Netz oder in dein Haus einspeist – angegeben in Watt (W) bzw. Kilowatt (kW). Sie ist der Anteil der Leistung, der wirklich Arbeit verrichtet und der auf deiner Abrechnung als eingespeiste Energie zählt.
Die Wirkleistung P ist die Leistung, die dein Wechselrichter real abgibt und die zu 100 % nutzbar ist. Sie wird in Watt oder Kilowatt gemessen. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom deiner PV-Module in Wechselstrom um – die dabei ins Netz eingespeiste Wirkleistung ist das, was du als Ertrag siehst. Über die Zeit summiert ergibt sie die Wirkarbeit in Kilowattstunden (kWh).

Ein Wechselrichter liefert grundsätzlich Scheinleistung S (in VA). Davon ist die Wirkleistung P der nutzbare Teil, die Blindleistung Q der nicht direkt arbeitende Teil. Es gilt: P = S · cosφ. Der cosφ (Leistungsfaktor) liegt bei einem Wechselrichter meist nahe 1, das heißt fast die gesamte Scheinleistung ist Wirkleistung. Fährt der Netzbetreiber einen cosφ-Sollwert (z. B. 0,95), gibt der WR bewusst etwas Blindleistung ab und die reine Wirkleistung sinkt entsprechend.

Auf dem Typenschild findest du die Bemessungs-Wirkleistung deines Wechselrichters, z. B. 10 kW. Das ist die maximale Wirkleistung, die das Gerät dauerhaft abgeben darf. Wichtig: Die AC-Nennleistung des Wechselrichters (kW) kann kleiner sein als die installierte Modulleistung (kWp), weil der WR die Spitzen kappt. In Anschlusszertifikaten taucht sie als Anschlusswirkleistung P(AV,E) auf – bei größeren Anlagen z. B. 0,904 MW.

Moderne Wechselrichter zeigen die aktuelle Wirkleistung im Display oder Portal an, oft als momentaner kW-Wert und als 15-Minuten-Mittel. Über eine Schnittstelle (z. B. Modbus/RS485) kann die Wirkleistung auch aktiv geregelt werden – etwa zur 70-%-Kappung, zur Einspeisebegrenzung oder um bei Netzengpässen abzuregeln. Genau dieser 15-min-Wirkleistungswert in kW ist die Basis für Lastgang und Netzbetreiber-Meldung.

Abgerechnet wird deine Wirkarbeit: die eingespeiste Wirkleistung über die Zeit, gemessen in kWh. Nur die Wirkleistung erzeugt vergütungsfähige Kilowattstunden – die reine Blindleistung wird bei normalen PV-Anlagen nicht vergütet. Bei größeren Anschlüssen kommt zusätzlich ein Leistungspreis auf die höchste bezogene Wirkleistung (in kW) hinzu. Prüfe deshalb, ob der 15-min-Wirkleistungswert im Zähler-Lastgang zu dem passt, was dein Wechselrichter meldet – Abweichungen kosten bares Geld.
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