Energiemonitoring bei BHKW & PV im Restaurant: So gehst du vor

Energiemonitoring im Restaurant bedeutet: Du misst kontinuierlich, wie viel Strom BHKW und PV erzeugen, wie viel du selbst verbrauchst und wie viel du aus dem Netz beziehst oder einspeist. Das brauchst du, um Eigenverbrauch, Einspeisung und Bezug sauber zu trennen – die drei Kennzahlen, an denen deine Wirtschaftlichkeit hängt.
Du brauchst vier Messpunkte: Erzeugung PV, Erzeugung BHKW (Strom und Wärme getrennt), Gesamtverbrauch des Restaurants und den Netzanschlusspunkt (Bezug und Einspeisung). Aus diesen Werten berechnest du die Eigenverbrauchsquote (wie viel deiner Erzeugung du selbst nutzt) und den Autarkiegrad (wie viel deines Verbrauchs du selbst deckst). Ohne die getrennte Messung siehst du nur eine Summe – und weißt nie, ob sich gerade BHKW oder PV rechnet.

1) Zähler oder Messwandler an PV-Wechselrichter, BHKW und Netzanschlusspunkt setzen. 2) Verbrauchszähler für die großen Lasten (Kühlung, Lüftung, Kochlinie, Spülmaschine) ergänzen, wenn du Lastspitzen finden willst. 3) Die Zähler per Modbus, S0 oder M-Bus an ein Gateway anbinden. 4) Werte in einer Zeitreihen-Datenbank speichern und in einem Dashboard darstellen. Wichtig: mindestens 15-Minuten-Werte, für Lastspitzen besser sekündlich.

Ein Restaurant hat ausgeprägte Spitzen: Kühlung und Lüftung laufen fast dauernd, dazu kommen Mittags- und Abend-Peaks von Herd, Fritteuse, Backofen und Gläserspüler. Genau diese Gleichzeitigkeit erzeugt hohe Lastspitzen, die deinen Leistungspreis im Netzentgelt treiben. Das Monitoring zeigt dir, wann diese Spitzen auftreten – die Voraussetzung, um sie mit PV, BHKW-Fahrplan oder einem Speicher gezielt abzufangen.

PV liefert tagsüber und saisonal schwankend, das BHKW läuft wärmegeführt dann, wenn du Wärme für Küche und Warmwasser brauchst. Das Monitoring macht sichtbar, wann sich beide überlagern und du Strom einspeist, obwohl du ihn günstiger selbst nutzen könntest. Mit den Messdaten kannst du den BHKW-Fahrplan so legen, dass er PV-schwache Zeiten (Abend, Winter) abdeckt, statt gegen die PV zu laufen.

Halte es auf wenige, entscheidungsrelevante Werte: aktuelle Erzeugung PV und BHKW, aktueller Verbrauch, Netzbezug/-einspeisung, Eigenverbrauchsquote sowie Tages- und Monatssummen. Ergänze eine Lastspitzen-Anzeige und, falls du eine Wärmemengenmessung hast, den BHKW-Wärmeanteil. So erkennst du auf einen Blick, ob eine Anlage steht, schlecht läuft oder Strom unnötig eingespeist wird.
Mit belastbaren Daten kannst du drei Hebel angehen: Lastspitzen glätten (Geräte zeitversetzt starten), BHKW-Laufzeiten in PV-schwache Fenster verschieben und – falls sinnvoll – einen Batteriespeicher auslegen, um Mittags-PV in die Abend-Peaks zu verschieben. Ob sich ein Speicher lohnt, entscheidest du erst, wenn du die realen Lastprofile über mehrere Wochen gemessen hast, nicht auf Basis von Schätzungen.
- Warum fast jede Stromabrechnung 2026 falsch ist
- Blind- & Scheinleistung auf der Rechnung
- Lohnt sich ein Batteriespeicher (BESS)?
- Negative Strompreise 2026 automatisch abregeln
- Lastspitzen vermeiden (Flex)
- §51-Schaden berechnen
→ Vertiefung: BHKW Wartung: Kosten, Intervalle & Checklisten
→ Vertiefung: Was ist Blindleistung? Einfach erklärt (var & cosφ)
→ Vertiefung: BHKW Wirkungsgrad: elektrisch 30–40 %, gesamt bis 90 %