Dynamische Strompreise in Europa – so schaltet die Loxone intelligent nach dem Preis

Du willst, dass Wärmepumpe, Wallbox und Warmwasser genau dann laufen, wenn Strom billig ist? Deine Loxone holt sich die stündlichen Börsenpreise und schaltet die Ausgänge automatisch – hier steht, wie das konkret funktioniert.
Der Miniserver zieht per API die stündlichen Day-Ahead-Preise deines dynamischen Tarifs (z. B. Tibber, aWATTar, Octopus). Du legst in Loxone Config eine Schwelle oder eine Rangfolge fest – etwa "schalte in den 6 günstigsten Stunden" oder "nur unter X ct/kWh". Der zugehörige Ausgang steuert dann Wärmepumpe, Warmwasser-Heizstab, Wallbox oder Speicher. Ergebnis: Verbrauch wandert automatisch in die billigen Stunden, ohne dass du täglich nachschaust.

Dynamische Tarife basieren auf dem Day-Ahead-Handel an der Strombörse (EPEX Spot). Die Preise werden einmal täglich, meist am frühen Nachmittag, für alle 24 Stunden des Folgetags veröffentlicht. Über das europäische Single Day-Ahead Coupling (SDAC) sind die Gebotszonen gekoppelt – deshalb bewegen sich die Preise in Deutschland, Österreich, Frankreich oder Skandinavien gemeinsam, aber je Zone mit eigenem Wert. Deine Loxone braucht nur die Preisreihe deiner Zone; die holt sie sich aus der API deines Tarif-Anbieters.

Seit 2025 müssen in Deutschland alle Stromlieferanten einen dynamischen Tarif anbieten (§41a EnWG). Voraussetzung für die stündliche Abrechnung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). In mehreren EU-Ländern gibt es solche Börsentarife schon länger. Wichtig: Ein dynamischer Tarif rechnet nach realem Verbrauch pro Stunde ab – nur dann bringt das Loxone-Schalten auch bares Geld und nicht nur Verlagerung.

Am meisten holst du bei trägen, planbaren Lasten heraus: Warmwasser (Heizstab oder Wärmepumpe mit Puffer), Raumheizung über Wärmepumpe, E-Auto-Ladung und Batteriespeicher-Ladung. Diese kannst du problemlos in günstige Fenster schieben. Weniger sinnvoll sind Lasten, die sofort laufen müssen (Herd, Licht). Faustregel: alles mit Speicher (Wärme, Akku, Auto) ist ein guter Kandidat für die preisgesteuerte Loxone-Logik.

1) Dynamischen Tarif mit Smart Meter abschließen und API-Zugang klären. 2) In Loxone Config einen virtuellen HTTP-Eingang anlegen, der die Preisreihe abruft. 3) Aus den 24 Stundenwerten die günstigsten Stunden bestimmen (Baustein für Min-Auswahl bzw. Schwellwert). 4) Das Ergebnis auf den Ausgang zu Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher legen. 5) Sicherheitsbedingungen ergänzen – z. B. Mindesttemperatur Warmwasser oder Ladeschluss-Uhrzeit fürs Auto, damit der Komfort immer gewahrt bleibt.
Der Preis allein reicht nicht: Behalte Mindesttemperaturen, Ladeziele und die Netzentgelte plus Steuern im Blick, die auf den Börsenpreis oben drauf kommen. Spannend wird es bei Negativpreisen – dann bekommst du Strom faktisch geschenkt. In Deutschland zählte unsere ENTSO-E-Auswertung 2026 bisher 396 Negativstunden mit einem Tiefstwert von -500 EUR/MWh. Genau in solchen Fenstern sollte deine Loxone gezielt Speicher und Warmwasser vollladen.
- Warum fast jede Stromabrechnung 2026 falsch ist
- Blind- & Scheinleistung auf der Rechnung
- Lohnt sich ein Batteriespeicher (BESS)?
- Negative Strompreise 2026 automatisch abregeln
- Lastspitzen vermeiden (Flex)
- §51-Schaden berechnen
→ Passend dazu: energiemessung loxone
→ Passend dazu: loxone
→ Passend dazu: energiemessung loxone
→ Vertiefung: Scheinleistung: Warum verbraucht sie mehr Strom?
→ Vertiefung: Was ist Blindleistung? Einfach erklärt (var & cosφ)
→ Vertiefung: Energiemessung mit Loxone: Modbus-Zähler auslesen
Loxone Zähler mit dynamischen Strompreisen einrichten – Schritt für Schritt
Für die Preissteuerung brauchst du zwei Bausteine, die im Miniserver zusammenlaufen: einen Energiezähler, der deinen Verbrauch misst, und den dynamischen Börsenpreis als Datenquelle. Als Zähler nutzt du entweder den Loxone Modbus-Zähler bzw. den Loxone Energiezähler (Air/Tree) oder einen fremden Modbus-Zähler, den du über die Modbus-Extension einbindest. Erst wenn der Zähler in Loxone Config als Eingang sichtbar ist, kannst du seinen Wert mit dem Strompreis verrechnen und daraus schalten.
Der Miniserver liest den Preis nicht von allein – du legst dafür einen Virtuellen HTTP-Eingang an, der die stündlichen Day-Ahead-Preise deines Tarifs (z. B. Tibber, aWATTar, Octopus) per API abruft. Im Eingangsbefehl definierst du den Erkennungsstring, damit Loxone aus der JSON-Antwort den ct/kWh-Wert für die aktuelle Stunde herausfiltert. Die Preise stehen meist am frühen Nachmittag für die kommenden 24 Stunden fest, deshalb lässt du den Abruf zyklisch (z. B. stündlich) laufen, damit immer der gültige Stundenpreis anliegt.
Jetzt verbindest du beides: Den Zählerwert (kWh bzw. aktuelle kW) und den HTTP-Preis-Eingang führst du auf einen Rechen- oder Statusbaustein. Über einen Schwellwert- oder Merker-Baustein legst du deine Regel fest – etwa "schalte nur unter X ct/kWh" oder "aktiviere in den günstigsten Stunden des Tages". Der Ausgang steuert dann Wärmepumpe, Warmwasser-Heizstab, Wallbox oder Speicher. So misst der Zähler nicht nur den Verbrauch, sondern verschiebt ihn automatisch in die billigen Stunden.
Kann jeder Loxone Zähler dynamische Strompreise nutzen?
Der Zähler selbst misst nur Energie – die Preisintelligenz kommt aus dem Miniserver. Du brauchst also einen von Loxone auslesbaren Zähler (Air/Tree- oder Modbus-Zähler) und zusätzlich einen dynamischen Tarif mit API. Beides verknüpfst du in Loxone Config; der Zählertyp muss nur seinen Wert sauber an den Miniserver liefern.
Wie kommt der Börsenpreis ohne Cloud-Dienst in Loxone?
Über einen Virtuellen HTTP-Eingang, der die API deines Tarifanbieters direkt vom Miniserver abfragt. Loxone parst die JSON-Antwort per Erkennungsstring und stellt den aktuellen Stundenpreis als Zahlenwert bereit – ganz ohne zusätzliche Cloud-Automatisierung dazwischen.