Messkonzept für Mieterstrom mit Speicher richtig planen

Ein Messkonzept legt fest, wie Erzeugung, Speicher, Netzbezug und der Verbrauch jeder Wohneinheit gemessen und abgerechnet werden. Bei Mieterstrom mit Speicher brauchst du eine saubere Zählerkaskade, damit sich Solarstrom, Speicherladung und Reststrom eindeutig zuordnen lassen.
Plane vier Arten von Messpunkten: (1) den Erzeugungszähler an der PV-Anlage, (2) einen Speicherzähler, der Laden und Entladen getrennt erfasst, (3) je Wohneinheit einen eigenen Verbrauchszähler und (4) den Netzanschluss- bzw. Summenzähler (Zweirichtungszähler) am Übergabepunkt zum Netz. Aus diesen Werten ergibt sich, welcher Strom aus PV, welcher aus dem Speicher und welcher aus dem Netz stammt.

Entscheide früh, ob der Speicher AC- oder DC-seitig eingebunden wird und wo er in der Zählerkaskade sitzt. Beim Speicherzähler ist wichtig, dass er Lade- und Entladeenergie separat zählt — nur so trennst du speichergespeisten Verbrauch vom direkten PV-Verbrauch. Zeichne das komplette Schema (PV → Speicher → Sammelschiene → Wohnungszähler → Summenzähler) vor der Installation, nicht danach.

Der Zweirichtungszähler am Netzanschluss erfasst getrennt, was ins Netz eingespeist und was als Reststrom bezogen wird. Reststrom deckt den Bedarf, wenn PV und Speicher nicht ausreichen. Halte diese Größen getrennt, weil sie unterschiedlich abgerechnet werden — verschmilzt du sie, stimmt später die Mieterstromabrechnung nicht.

Sprich Messkonzept und Zählersetzung vor Baubeginn mit dem zuständigen Messstellenbetreiber und Netzbetreiber ab und lass das Schema genehmigen. Kläre, welche Zähler als geeichte Messeinrichtungen (ggf. moderne Messeinrichtung oder intelligentes Messsystem) ausgeführt sein müssen. Eine nachträgliche Umverdrahtung ist teuer — die Freigabe des Konzepts vorab spart genau das.

Als Orientierung: Für Haushalts- und kleine Mehrparteien-Anwendungen liegen typische Speichergrößen im Bereich einiger kWh bis zu zweistelligen kWh; Gewerbe- bzw. Quartierspeicher (BESS) reichen von rund 50 bis 500 kWh. Lege die Größe nach dem gemeinsamen Lastprofil aller Wohneinheiten und der PV-Leistung aus, nicht nach einer einzelnen Wohnung — Ziel ist ein hoher gemeinsam genutzter Eigenverbrauch.
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