Was macht eine Biogasanlage?

Eine Biogasanlage wandelt organisches Material wie Gülle, Mist, Speisereste oder Energiepflanzen in Biogas um und erzeugt daraus Strom und Wärme. Übrig bleibt ein wertvoller Dünger, der zurück aufs Feld kommt.
Du fütterst die Anlage mit organischem Material. Im luftdichten Fermenter zersetzen Bakterien dieses Material ohne Sauerstoff und produzieren dabei Biogas. Dieses Gas verbrennst du in einem Blockheizkraftwerk (BHKW), das gleichzeitig Strom und Wärme liefert.

1. Substrat (Gülle, Mist, Mais, Bioabfall) kommt in den Fermenter. 2. Bei rund 40 °C vergären Mikroorganismen es über mehrere Wochen. 3. Es entsteht Biogas – überwiegend Methan (CH₄) und CO₂. 4. Das BHKW verbrennt das Methan und erzeugt Strom und Wärme. 5. Der Gärrest wird als Dünger auf die Felder ausgebracht.

Drei Produkte: Strom, den du ins Netz einspeist oder selbst nutzt; Wärme für Ställe, Trocknung oder ein Nahwärmenetz; und Gärrest als geruchsärmeren, nährstoffreichen Dünger. Eine typische Hof-Anlage liefert dabei oft im Bereich von etwa 50 bis 500 kW elektrischer Leistung, je nach Größe.

Du machst aus Reststoffen, die du sonst entsorgen müsstest, planbare Energie. Anders als Sonne und Wind läuft eine Biogasanlage rund um die Uhr und ist steuerbar – du kannst gezielt dann Strom erzeugen, wenn er gebraucht wird oder die Börsenpreise hoch sind.

Eine Biogasanlage ist kein simples Kraftwerk, sondern ein lebendes System aus Biologie, Chemie und Energiemarkt. Wer nur „Gas auf, BHKW an“ fährt, verschenkt Geld. Mit einem Speicher (BESS) und einer datenbasierten Fahrweise erzeugst du Strom bevorzugt in teuren Marktphasen und hältst die Biologie stabil.
Du brauchst eine kontinuierliche Substrat-Zufuhr, einen dichten Fermenter mit Rührwerk und Heizung, ein Gaslager, ein BHKW sowie eine Steuerung. Wichtig ist eine stabile Fütterung: Schwankt das Substrat stark, kippt die Biologie und die Gasausbeute bricht ein.
- Warum fast jede Stromabrechnung 2026 falsch ist
- Blind- & Scheinleistung auf der Rechnung
- Lohnt sich ein Batteriespeicher (BESS)?
- Negative Strompreise 2026 automatisch abregeln
- Lastspitzen vermeiden (Flex)
- §51-Schaden berechnen
- BHKW-Flex-Fahrplan: Wie du die 96 Viertelstundenpreise nutzt
- BHKW & Gasqualität: Warum CH4 unter 50 % einbricht
- Biogasanlage: Trafo und Abrechnung richtig prüfen
- Wärmenetzmessung bei BGA mit BHKW: Technik & Abrechnung
In eine Biogasanlage kommen organische, biologisch abbaubare Stoffe – das sogenannte Substrat. Typisch sind nachwachsende Rohstoffe wie Mais-, Gras- oder Ganzpflanzensilage, dazu Wirtschaftsdünger aus der Landwirtschaft, also Gülle und Festmist von Rindern oder Schweinen. Ergänzt wird das oft durch Reststoffe: Bioabfälle, Speisereste, Lebensmittel- und Ernterückstände sowie Nebenprodukte aus der Agrar- und Lebensmittelverarbeitung. Diese Masse landet im luftdicht verschlossenen Fermenter, wo Mikroorganismen sie unter Ausschluss von Sauerstoff zersetzen (Vergärung) und dabei Biogas – hauptsächlich Methan und CO₂ – freisetzen. Was am Ende übrig bleibt, ist der Gärrest, den du als Dünger wieder auf die Felder ausbringen kannst.
Nicht alles gehört jedoch hinein: Die Bakterien im Fermenter sind empfindlich. Verzichten musst du auf Störstoffe und Nicht-Abbaubares wie Plastik, Metall, Glas und Steine – sie schädigen Technik und Rührwerke. Auch stark holzige Stoffe (viel Lignin) werden kaum vergoren. Kritisch sind zudem Hemmstoffe wie Desinfektionsmittel, Antibiotikarückstände oder große Mengen Salz, weil sie die Mikroorganismen ausbremsen und die Gasproduktion einbrechen lassen. Faustregel: Was gut biologisch abbaubar ist und die Bakterienkultur nicht vergiftet, ist als Substrat geeignet – alles andere bleibt draußen.
→ Ausführlich zu biogasanlage: Nettoenergieverbrauch und externe Energiebereitstellung im EnEfG
→ Ausführlich zu biogas anlagen: Biogasanlage: Funktionsweise und wie du den Ertrag optimierst
→ Ausführlich zu wie funktioniert eine biogasanlage: Biogasanlage: der Weg vom Substrat zum Strom
→ Vertiefung: Rührwerk Biogasanlage: Funktion, Typen & Wartung
→ Vertiefung: Biogasanlagen Aufbau: Komponenten einfach erklärt
→ Vertiefung: Funktionsweise Biogasanlage: So entsteht Biogas