Anwendungen Strompreismanager mit Batteriespeicher
- Holger Roswandowicz

- Jan 12, 2023
- 3 min read
Ein #Strompreismanager ist ein Tool, das den Verbraucher dabei unterstützt, den besten Stromtarif zu finden und flexible Strompreise zu nutzen. Es analysiert die Strompreise und gibt Empfehlungen, wann der Verbraucher am besten Strom einkauft, um Geld zu sparen. Es nutzt dafür die Informationen über die flexiblen Preise, die von den Stromanbietern angeboten werden. Diese Preise können je nach Tageszeit und Wochentag variieren.

Ein Strompreismanager in einer Biogasanlage kann verwendet werden, um die Leistung der Anlage automatisch an die aktuellen Strompreise an der Strombörse anzupassen. Dies kann dazu beitragen, die Kosten für die Stromerzeugung zu minimieren und die Rentabilität der Anlage zu maximieren. Wenn die Strompreise an der Börse niedrig sind, kann der Strompreismanager die Leistung der Biogasanlage reduzieren oder sogar abschalten, um die Stromproduktion zu verringern und so die Kosten zu senken. Wenn die Preise hingegen hoch sind, kann der Manager die Leistung der Anlage erhöhen, um mehr Strom zu produzieren und damit mehr Gewinn zu erzielen. Es gibt auch Smart Grid-Systeme, die die Stromproduktion von Biogasanlagen automatisch steuern und die Einspeisung ins Netz optimieren, um den Strombedarf von Verbrauchern und die Strompreise an der Börse bestmöglich auszugleichen.
Ein Strompreismanager in einer industriellen Anlage oder einem Unternehmen kann verwendet werden, um die Zeiten zu identifizieren, in denen die Stromtarife am günstigsten sind, und Prozesse entsprechend zu verschieben. Dies kann dazu beitragen, die Kosten für die Stromnutzung zu minimieren und die Rentabilität des Unternehmens zu maximieren.
Beispielsweise kann ein Strompreismanager die Zeiten erkennen, in denen die Strompreise am niedrigsten sind, und Prozesse wie Produktion, Wartung oder Reinigung in diesen Zeiten ausführen. Auf diese Weise kann das Unternehmen die höheren Kosten für Strom, die während der Zeiten höherer Preise entstehen, vermeiden.

Ein Strompreismanager in einem Hotel, der eine Photovoltaikanlage (PV) und ein Batteriesystem koordiniert, kann dazu beitragen, die Kosten für den Strombedarf des Hotels zu minimieren und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu maximieren. Die PV-Anlage produziert Strom aus Sonnenenergie, während das Batteriesystem den überschüssigen Strom speichern kann, um ihn später, z.B. in Zeiten von höheren Strompreisen oder bei Stromausfällen, wieder zu nutzen. Der Strompreismanager koordiniert die Nutzung des gespeicherten Stroms mit den aktuellen Strompreisen, um die Kosten für den Strombedarf des Hotels zu minimieren. Beispielsweise, wenn die Strompreise hoch sind, kann der Strompreismanager den gespeicherten Strom aus dem Batteriesystem nutzen, anstatt teuren Strom aus dem Netz zu kaufen. Auf diese Weise kann das Hotel die Kosten für den Strombedarf senken und gleichzeitig die Nutzung erneuerbarer Energiequellen maximieren.

In einer Bäckerei gibt es verschiedene stromintensive Prozesse, die durch die Verwendung von Batteriesystemen in Kombination mit einem Strompreismanager verlagert werden können, um die Kosten für den Strombedarf zu minimieren:
Backprozesse: Backöfen und andere Geräte, die für den Backprozess verwendet werden, können während Zeiten günstiger Strompreise betrieben werden, um die Kosten für den Strombedarf zu senken.
Kühlprozesse: Kühl- und Gefriergeräte, die für die Lagerung von Zutaten und Produkten verwendet werden, können ebenfalls während Zeiten günstiger Strompreise betrieben werden.
Reinigungsprozesse: Reinigungsprozesse wie das Abwaschen von Ausrüstung und das Reinigen von Räumlichkeiten können ebenfalls während Zeiten günstiger Strompreise durchgeführt werden.
Beleuchtung: Eine automatisierte Steuerung der Beleuchtung kann dazu beitragen, den Stromverbrauch zu reduzieren und die Kosten für den Strombedarf zu senken.
Produktionslinien: Produktionslinien wie z.B. Rührmaschinen oder Verpackungsmaschinen können ebenfalls automatisch gesteuert werden, um den Energieverbrauch zu optimieren.
Es ist wichtig zu beachten, dass jede Bäckerei unterschiedliche Anforderungen und Prozesse hat, deshalb ist es wichtig das individuelle Konzept zu entwickeln und die optimale Lösung zu finden.
Home Assistant für Stromspeichermanagement: So steuerst du deinen Batteriespeicher
Home Assistant ist eine kostenlose Open-Source-Plattform für Heimautomation, die du lokal auf einem Raspberry Pi, Mini-PC oder in einer VM betreibst. Für dein Stromspeichermanagement bündelt Home Assistant Wechselrichter, Batteriespeicher, Smart Meter und dynamischen Stromtarif an einer Stelle. Du liest Ladezustand (SoC), Lade-/Entladeleistung und Netzbezug in Echtzeit aus und schreibst per Automation Sollwerte zurück – etwa 'lade nur, wenn der Börsenstrompreis unter deiner Schwelle liegt'. Anders als eine reine App bleiben deine Daten lokal, und du kombinierst Geräte verschiedener Hersteller frei.
1) Integration wählen: Viele Speicher/Wechselrichter (z. B. Fronius, SolarEdge, Victron, SMA, Sungrow, Huawei) sprechen Modbus TCP oder haben eine fertige Integration; Shelly, EcoFlow oder Zendure bindest du über MQTT bzw. Hersteller-Integration ein. 2) Sensoren anlegen: SoC in %, Leistung in W/kW und Zählerstände als Entities einrichten. 3) Dynamischen Preis holen: Über die Nordpool- oder Tibber-Integration ziehst du die stündlichen EPEX-Spot-Preise als Sensor. 4) Automation bauen: Lade den Speicher in den günstigsten Stunden und entlade ihn zu Hochpreis-Zeiten – Home Assistant vergleicht dazu die 24 Stundenpreise und setzt den Lade-/Entlade-Sollwert per Modbus-Register oder Service-Call.
Home Assistant steuert nur, was der Speicher freigibt: Ob du Lade-/Entladeleistung oder Zielladung wirklich schreiben kannst, hängt von den Modbus-Holding-Registern bzw. der API deines Geräts ab – nicht jeder Speicher lässt externe Sollwerte zu. Für abrechnungsrelevante Werte bleibt der geeichte Zähler (bei PV das iMSys) maßgeblich; Home-Assistant-Sensoren und Shelly-Messungen dienen der Transparenz und Steuerung, nicht der Abrechnung. Plane außerdem Zyklenschonung ein: nicht bei jedem kleinen Preisunterschied umschalten, sonst kostet der Zyklenverschleiß mehr als die Ersparnis.
Kann ich mit Home Assistant meinen Batteriespeicher nach Strompreis laden?
Ja. Mit der Nordpool- oder Tibber-Integration holst du die stündlichen Börsenpreise als Sensor und baust eine Automation, die den Speicher in den günstigsten Stunden lädt und in teuren Stunden entlädt. Voraussetzung ist, dass dein Wechselrichter/Speicher externe Lade-Sollwerte per Modbus oder API zulässt.
Welche Speicher lassen sich in Home Assistant einbinden?
Alle Geräte mit Modbus TCP, MQTT oder offener API bzw. fertiger Integration – darunter Fronius, SolarEdge, SMA, Victron, Sungrow und Huawei, sowie steckerfertige Systeme wie EcoFlow, Zendure oder Shelly-basierte Ladelösungen. Prüfe vor dem Kauf, ob der Hersteller nicht nur Auslesen, sondern auch das Schreiben von Lade-/Entlade-Sollwerten erlaubt.



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